Daimler Truck und Deutz: Zwei Wege durch den Wandel der Industrie
Alexander MälzerDaimler Truck und Deutz: Zwei Wege durch den Wandel der Industrie
Zwei große deutsche Industrieunternehmen schlagen in einem sich wandelnden Markt unterschiedliche Wege ein. Daimler Truck, ein Schwergewicht mit einer Bewertung von 35 Milliarden Euro, treibt die Entwicklung von elektrischen und wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen voran. Unterdessen hat sich die Deutz AG von klassischen Motoren hin zu Energielösungen und Rüstungstechnik neu ausgerichtet – ihr Marktwert liegt nach Jahren starker Schwankungen derzeit bei etwa 1,28 Milliarden Euro.
Deutz ging 2020 mit einer Marktkapitalisierung von 616,4 Millionen Euro an die Börse. 2021 stieg der Wert auf 794,1 Millionen Euro, bevor er 2022 auf 489 Millionen Euro fiel. 2023 folgte eine leichte Erholung auf 605,5 Millionen Euro, doch 2024 gab es erneut einen Rückgang auf 560,3 Millionen Euro. Bis 2025/2026 hatte sich der Unternehmenswert dann mehr als verdoppelt und erreichte 1,27 bis 1,28 Milliarden Euro.
Diese Schwankungen spiegeln die volatile Gewinn- und Umsatzentwicklung wider. 2020 verzeichnete Deutz einen EBIT-Verlust von 74,7 Millionen Euro und ein Nettoergebnis von minus 100 Millionen Euro. Bis 2023 drehten sich die Zahlen ins Positive: Der EBIT stieg auf 130,2 Millionen Euro, der Nettogewinn auf 81,9 Millionen Euro. 2024 gab es jedoch erneut einen Rückgang, der EBIT sank auf 56,9 Millionen Euro. Der Umsatz wuchs dagegen stetig – von 1,3 Milliarden Euro (2020) auf 2,06 Milliarden Euro (2023) – und stützt damit das höhere KGV. Das Unternehmen begründet seine Bewertung mit einem Umsatzwachstum von fast 13 Prozent und dem Einstieg in Rüstungstechnik sowie CO₂-neutrale Verbrennungsmotoren.
Daimler Truck hingegen bleibt ein stabiler Branchenriese mit einer Marktkapitalisierung von 35 Milliarden Euro. Die Strategie konzentriert sich auf batterieelektrische und wasserstoffbetriebene Lkw sowie autonome Fahrtechnologien. Zudem bietet das Unternehmen Komplettlösungen für Flotten an – vom Fahrgestell bis zum digitalen Management. Mit einem KGV von etwa 11 und einer Dividendenrendite von knapp 5 Prozent spricht es wertorientierte Anleger an. Die größten Wachstumschancen liegen in der Margenverbesserung bei Mercedes-Benz-Lkw und der Skalierung autonomer Systeme.
Deutz' Wandel vom Motorenhersteller zum Zulieferer für Rüstung und Energie könnte die Abhängigkeit von Konjunkturschwankungen verringern. Weitere Übernahmen könnten die Unternehmensstruktur jedoch komplexer machen. Gleichzeitig sieht das Unternehmen eine Zukunft für Verbrennungsmotoren – vorausgesetzt, sie nutzen klimaneutrale Kraftstoffe.
Deutz' Marktwert unterliegt starken Schwankungen, getrieben von volatilen Erträgen und der strategischen Neuausrichtung auf Rüstung und grüne Energie. Das höhere KGV spiegelt das starke Umsatzwachstum wider, doch bleiben operative Herausforderungen. Daimler Truck hingegen setzt auf stetiges Wachstum durch Elektro- und Wasserstoffinnovationen und sieht klare Chancen in autonomem Fahren und höheren Margen im Premium-Lkw-Segment.






