David Hockney stirbt mit 88 – ein Abschied vom Meister des kalifornischen Lichts
Mathias HeringDavid Hockney stirbt mit 88 – ein Abschied vom Meister des kalifornischen Lichts
David Hockney, Pionier der modernen Kunst und Meister des spielerischen Stils, ist im Alter von 88 Jahren in London gestorben. Sein Werk – Zeichnungen, Fotografien und Gemälde – prägte mit idealisierten, athletischen Figuren den Geist des amerikanischen Mittleren Westens der 1950er- und 60er-Jahre. Sein Einfluss reichte weit über die traditionelle Kunst hinaus und formte das moderne Bild der kalifornischen Kultur.
Hockney begann seine Karriere als sein eigener leidenschaftlichster Fürsprecher und wurde später zum Symbol künstlerischer Freiheit und Scharfsinns. Bereits mit 33 Jahren wurde er mit einer ersten Retrospektive geehrt – eine seltene Auszeichnung, die seinen frühen Einfluss auf die Kunstwelt unterstrich. Sein berühmtestes Werk, „A Bigger Splash“ (in Acryl gemalt), zeigt eine ruhige Bungalow-Szene mit Sprungbrett und verkörpert seine Faszination für Licht, Wasser und den Mythos des amerikanischen Westens.
Grenzen waren ihm fremd: Er experimentierte mit handgeschöpftem Papier, Polaroid-Fotografie und später sogar mit digitaler Kunst auf iPhones und iPads. Seine Werke provozierten und verzauberten die etablierte Kunstszene gleichermaßen – eine Mischung aus Satire und unbestrittener handwerklicher Meisterschaft. Daneben hegte er exzentrische Theorien, etwa die Behauptung, in den Initialen Walt Whitmans (23.23) einen numerischen Code entdeckt zu haben.
Hockneys Kunst wirkte oft wie ein spielerisches Durchdringen von Genres und Stilen. Er trieb die kühle Analyse kalifornischer Klischees auf die Spitze und destillierte den Kontrast aus „Sunshine & Noir“ in seine intensivste Form. Sein Vermächtnis lebt fort in einem Œuvre, das die moderne Kunst neu definierte. Die von ihm entwickelten Techniken und Themen inspirieren bis heute. Mit seinem Tod endet eine Ära – doch sein bleibender Abdruck in der Kunstwelt bleibt unauslöschlich.






