Demokratie in NRW verliert dramatisch an Vertrauen – besonders bei Jugendlichen
Slavko HartungZufriedenheit mit der Demokratie in NRW bei Jugendlichen sinkt - Demokratie in NRW verliert dramatisch an Vertrauen – besonders bei Jugendlichen
Ein neuer Bericht offenbart wachsende Unzufriedenheit mit der Demokratie in Nordrhein-Westfalen. Über 2.900 Einwohner wurden im Frühjahr 2025 befragt, wobei ein deutlicher Vertrauensverlust in allen Altersgruppen zutage trat. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass zwar demokratische Ideale weiterhin geschätzt werden, das Vertrauen in ihre konkrete Umsetzung jedoch schwindet.
Besonders stark ist der Rückgang der Demokratiezufriedenheit bei jungen Menschen. Bei den 14- bis 18-Jährigen sank die Zustimmung von 77 Prozent im Jahr 2023 auf nur noch 47 Prozent 2025. In der Altersgruppe der 19- bis 29-Jährigen brach die Zufriedenheit um 14 Prozentpunkte ein – lediglich 51 Prozent sind noch mit der Funktionsweise der Demokratie zufrieden.
Auch die 30- bis 44-Jährigen melden nachlassendes Vertrauen: Nur noch 43 Prozent zeigen sich zufrieden. Ältere Generationen hingegen bekunden nach wie vor eine stärkere Unterstützung für demokratische Systeme. Diese generationenübergreifende Kluft spiegelt sich in veränderten Haltungen zur politischen Führung wider.
Doch die Skepsis beschränkt sich nicht auf die Politik. Misstrauen macht sich auch gegenüber zentralen Institutionen breit: Wissenschaft, Strafverfolgungsbehörden sowie Entscheidungsgremien auf Bundes- und Landesebene sehen sich mit schwindendem Vertrauen konfrontiert. Zudem sind 47 Prozent der Befragten der Meinung, die Gesellschaft brauche "eine starke Partei, die den Willen des Volkes verkörpert". 15 Prozent halten eine Diktatur unter bestimmten Umständen sogar für gerechtfertigt.
Trotz dieser alarmierenden Tendenzen betont der Bericht der Landeszentrale für politische Bildung, dass die Demokratie in Deutschland grundsätzlich stabil bleibt. Die Befragten bewerten die Prinzipien der Demokratie – wie sie etwa im Grundgesetz verankert sind – nach wie vor positiver als deren aktuelle Ausgestaltung.
Die Umfrage zeichnet das Bild einer zunehmenden Erosion des Vertrauens in demokratische Prozesse, insbesondere bei jüngeren Generationen. Zwar genießen demokratische Grundwerte weiterhin hohe Anerkennung, doch klafft die Lücke zwischen Ideal und Wirklichkeit immer weiter auseinander. Die Ergebnisse unterstreichen die Dringlichkeit, Institutionen müssen sich stärker mit den Sorgen der Bevölkerung auseinandersetzen, um das Vertrauen zurückzugewinnen.






