Deutsche Bahn in Dortmund: Milliardenskandal um illegale Abfallentsorgung auf ICE-Werk-Baustelle
Alexander MälzerDeutsche Bahn in Dortmund: Milliardenskandal um illegale Abfallentsorgung auf ICE-Werk-Baustelle
Die Deutsche Bahn baut in Dortmund ein neues, 400 Millionen Euro teures Hochtechnologie-Instandhaltungswerk für ICE-Hochgeschwindigkeitszüge. Die für Mitte 2027 geplante Anlage soll bis zu 17 Züge täglich warten und wird als klimaneutrales Projekt beworben. Doch nun ist der Bau mit einem großen illegalen Abfallskandal in Verbindung gebracht worden, der von den lokalen Behörden untersucht wird.
Zwischen Februar und November 2024 wurden auf dem Dortmunder Werksgelände etwa 24.000 Tonnen belasteter Erde ausgehoben. Statt einer ordnungsgemäßen Entsorgung wurden fast 1.000 Lkw-Ladungen des verseuchten Bodens illegal abgeladen – etwa das Doppelte der Menge, die in nahegelegenen Tagebauen gefunden wurde. Der Großteil landete auf einer nicht genehmigten Deponie in Selfkant nahe der niederländischen Grenze, weitere Mengen in Kiesgruben am Niederrhein.
Ein Recyclingunternehmen sowie mehrere Komplizen stehen im Verdacht, den illegalen Handel organisiert zu haben. Ermittlern zufolge betrieb die Firma einen Umschlagplatz in Bottrop, von dem aus der Abfall weitertransportiert und entsorgt wurde. Vor dem Dortmunder Landgericht hat nun ein Verfahren gegen einen Mann begonnen, der als Schlüsselfigur des Netzwerks gilt. Für ihn ist dies nicht der erste juristische Konflikt: Er saß bereits wegen der illegalen Entsorgung giftiger Ölpellets im Gefängnis.
Der Fall wirft Fragen auf, wie die Deutsche Bahn die Abfallentsorgung auf ihren Baustellen überwacht. Die Behörden prüfen, ob ausreichende Kontrollmechanismen bestanden, um solche großflächigen Umweltverstöße zu verhindern.
Bei den illegalen Ablagerungen handelte es sich um tausende Tonnen belasteter Erde aus einem großen Infrastrukturprojekt. Mit den laufenden Gerichtsverfahren wird deutlich, wie lückenhaft die Aufsicht bei der Entsorgung von Großbaustellen-Abfällen ist. Der Bau des Depots selbst bleibt zwar auf Kurs für die Fertigstellung 2027, doch der Skandal wirft Zweifel an der Einhaltung von Vorschriften bei künftigen Projekten auf.






