16 March 2026, 06:22

Dortmunder Katholiken fordern mehr Gerechtigkeit für Missbrauchsopfer des Erzbistums Paderborn

Ein Buch mit Bildern und Texten, das die Geschichte der Katholischen Kirche detailliert, einschließlich Bilder von ihren Räumen, Fluren und erhaltenen Artefakten.

Dortmunder Katholiken fordern mehr Gerechtigkeit für Missbrauchsopfer des Erzbistums Paderborn

Rund 200 Katholiken versammelten sich in Dortmund, um den Missbrauchsskandal durch Kleriker im Erzbistum Paderborn zu thematisieren. Die Veranstaltung markierte den Auftakt einer Reihe von Treffen unter der Leitung von Erzbischof Udo Markus Bentz, der den Opfern weiterhin Unterstützung zusagte.

Das Erzbistum Paderborn steckt seit Langem in einer tiefen Krise: Zwischen 1941 und 2002 wurden 485 Missbrauchsopfer registriert, mehr als 200 Geistliche stehen im Verdacht, beteiligt gewesen zu sein. Seit 2021 zahlt eine unabhängige Kommission (UKA) Entschädigungen aus. Ein Urteil des Landgerichts Köln aus dem Jahr 2023 setzte 300.000 Euro als Richtwert für Schadensersatz fest. Erzbischof Bentz bestätigte, dass bereits 75 bis 80 Prozent der Betroffenen Entschädigungsleistungen erhalten hätten.

Während des Treffens schlug ein Teilnehmer vor, dass das Erzbistum ein Prozent seines Vermögens für Wiedergutmachungszahlungen und Renten an Überlebende bereitstellen solle. Michael Heltner, der als Kind in einer kirchennahen Einrichtung missbraucht wurde, forderte neben finanzieller Entschädigung auch psychologische Unterstützung für die Betroffenen. Bentz versicherte der Gruppe, die Kirche werde die Zahlungen fortsetzen.

Die Diskussionen umfassten zudem Forderungen nach mehr Transparenz. Die Gemeinden wurden aufgefordert, den Missbrauch offen anzusprechen – etwa durch einen speziellen Sonntag, der der Auseinandersetzung mit dem Skandal gewidmet sein soll. In den kommenden beiden Tagen wird Erzbischof Bentz mit weiteren Gläubigen in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück zusammenkommen.

Das Erzbistum hat bereits Schritte unternommen, um die Opfer zu entschädigen; die meisten Fälle gelten als abgegolten. Künftige Treffen sollen sich auf weitere Unterstützung und die Aufarbeitung konzentrieren. Während die Überlebenden weiterhin nach Gerechtigkeit und Heilung streben, entwickelt sich die Reaktion der Kirche weiter.

Quelle