30 May 2026, 12:19

"Ende Gelände" legt Ruhrgebiet lahm: Tausende protestieren gegen fossile Energien und Rüstung

Größter Rohrleitungshersteller besetzt

"Ende Gelände" legt Ruhrgebiet lahm: Tausende protestieren gegen fossile Energien und Rüstung

Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Allianz Ende Gelände haben im gesamten Ruhrgebiet Proteste organisiert. Über 1.500 Menschen beteiligten sich am Freitag an den koordinierten Aktionen, die sich gegen Kraftwerke, Fabriken und Verkehrsknotenpunkte richteten. Die Demonstrationen zielten darauf ab, die anhaltende Abhängigkeit Deutschlands von fossilem Gas und Kohle zu hinterfragen.

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In Gelsenkirchen blockierten Aktivist:innen das Kraftwerk Scholven und kritisierten die Regierungsentscheidung, Kohle durch Gas zu ersetzen. Einige von ihnen installierten sogar Solarpaneele auf dem Gelände, um auf erneuerbare Alternativen aufmerksam zu machen. Gleichzeitig besetzte eine weitere Gruppe Gleisanlagen des Europipe-Werks in Mülheim an der Ruhr, um gegen den Ausbau der fossilen Gasinfrastruktur zu protestieren.

Rund 200 Demonstrant:innen unterbrachen den Schichtwechsel im Stahlwerk Friedrich Wilhelms Hütte, ebenfalls in Mülheim. Sie verurteilten die Produktion von Panzerstahl und verbanden damit die Rüstungsindustrie mit den Klimaschäden. In Hamm umstellte die Polizei eine Gruppe unter einer Brücke, nachdem diese gegen das Vermummungsverbot verstoßen hatte, während sie mit einem Transparent in Richtung Hauptbahnhof zog. Auf dem Banner stand: „Enteignet die Energiekonzerne!“

Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein von der Polizei verhängtes Demonstrationsverbot für das Kraftwerk Gersteinwerk bestätigt. Die Behörden begründeten dies mit Befürchtungen möglicher ziviler Ungehorsamsaktionen. Trotz des Verbots setzten die Aktivist:innen ihre Proteste in der Region fort. Für Samstag werden bei einer Großdemonstration Tausende weitere Teilnehmer:innen erwartet, unterstützt von Umweltverbänden und Greta Thunberg.

Die Proteste lenken die Aufmerksamkeit auf die anhaltende Debatte über die deutsche Energiepolitik. Angesichts der für das Wochenende geplanten Massenkundgebungen dürfte der Druck auf Politiker:innen und Energieunternehmen weiter steigen. Die Aktionen spiegeln die wachsende Forderung nach einem schnelleren Umstieg auf erneuerbare Energien wider.

Quelle