Geheime Castor-Route versehentlich online veröffentlicht – Behörden schweigen
Mathias HeringGeheime Castor-Route versehentlich online veröffentlicht – Behörden schweigen
Eine geplante Route für einen bevorstehenden Castor-Transport war kurzzeitig online einsehbar, bevor sie wieder entfernt wurde. Die eigentlich vertrauliche Drohnenflug-Sperrzone tauchte auf einer behördlichen Luftfahrtplattform auf. Die Behörden haben sich bisher weder zum Sicherheitsversäumnis noch zum Transport selbst geäußert.
Die 170 Kilometer lange Strecke verbindet Jülich mit Ahaus und stellt die kürzeste Autobahnverbindung zwischen dem Süden und Norden Nordrhein-Westfalens dar. Sie war von Mittwochabend bis Donnerstag auf der Digitalen Plattform für Unbemannte Luftfahrt (dipul.de) des Bundesverkehrsministeriums einsehbar. Normalerweise sind solche Details auf der Plattform nur autorisiertem Personal zugänglich.
Bei dem Transport geht es um die Verbringung von Brennelementen aus einem stillgelegten Forschungsreaktor zu einem Zwischenlager in Ahaus. Routen für Atomtransporte werden in der Regel unter Verschluss gehalten, um Sicherheitsrisiken zu vermeiden. Trotz der Panne gab es bisher keine offizielle Bestätigung für zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen für die anstehende Fahrt.
Das Bundesverkehrsministerium antwortete nicht auf Anfragen zu dem Vorfall. Auch aus öffentlichen Unterlagen gehen keine bestätigten Schutzmaßnahmen hervor, um die Strecke vor möglichen Störungen abzusichern.
Die versehentliche Veröffentlichung wirft Fragen zu den Sicherheitsprotokollen bei sensiblen Transporten auf. Der Transport bleibt vorerst wie geplant terminiert, doch die Behörden haben nicht dargelegt, wie sich die Bekanntgabe der Route auf die Sicherheitsvorkehrungen auswirken könnte. Weitere Details zu Schutzmaßnahmen wurden nicht bekannt gegeben.






