08 June 2026, 12:25

GLS Bank in der Kritik: Warum sie Konten von DKP und Roter Hilfe schloss

Selbstkritik im Aufsichtsrat der Genossenschaftsbank

GLS Bank in der Kritik: Warum sie Konten von DKP und Roter Hilfe schloss

GLS Bank gerät nach Kontoschließungen bei DKP und Roter Hilfe in die Kritik

Die GLS Bank steht massiv in der Kritik, nachdem sie Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe gekündigt hatte. Die Entscheidung löste landesweite Proteste aus – Aktivist:innen warfen der Bank vor, sich politischem Druck zu beugen. Nach Gesprächen bleibt das Konto der Roten Hilfe bei der GLS Bank jedoch vorerst erhalten.

Der Streit begann, als die GLS Bank bekannt gab, die Konten der DKP und der Roten Hilfe zu schließen. Als Begründung führte die Bank rechtliche und regulatorische Vorgaben an, insbesondere im Zusammenhang mit Geldwäscheprävention und der Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung. Aufsichtsbehörden verlangen von Banken die sofortige Meldung verdächtiger Transaktionen, was den Druck zusätzlich erhöht.

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Die Proteste nahmen schnell an Fahrt auf: Die Initiative Stop Debanking warnte die GLS Bank vor einem dramatischen Vertrauensverlust, sollte sie ihren Kurs nicht ändern. Gleichzeitig warf der DKP-Bundesgeschäftsführer Klaus Leger der Bank vorauseilenden Gehorsam vor, um ihre Geschäftsinteressen in den USA zu schützen. Als Reaktion kündigte die DKP an, die Zusammenarbeit mit der GLS Bank zu beenden und stattdessen zu den öffentlichen Sparkassen in Deutschland zu wechseln.

Der Gegenwind erreichte seinen Höhepunkt auf der GLS-Mitgliederversammlung in Bochum, wo 676 von 720 Anwesenden dem Vorstand ihr Vertrauen aussprachen. Trotz dieser Bestätigung hielt die Bank an ihrer Position fest und wies jede politische Motivation für die Kontoschließungen zurück. Parallel dazu erließ ein Gericht eine einstweilige Verfügung, die die Sparkasse Göttingen verpflichtete, das Konto der Roten Hilfe vorläufig weiterzuführen.

Nach weiteren Gesprächen willigte die GLS Bank ein, das Konto der Roten Hilfe zumindest vorübergehend offen zu halten. Zudem ging sie auf betroffene Kund:innen zu, um deren Bedenken auszuräumen. Während die Rote Hilfe damit vorerst bei der GLS Bank bleibt, hat die DKP ihre Konten bereits zu einer anderen Bank verlegt.

Der Vorfall zeigt das Spannungsfeld zwischen finanziellen Regularien und politischem Aktivismus. Zwar genießt der Vorstand der GLS Bank weiterhin die Rückendeckung der Mitglieder – doch die Debatte über das sogenannte Debanking geht weiter.

Quelle