Grenzüberschreitende Rettungskräfte üben Katastrophenschutz in Gangelt mit Chemikalien-Unfall
Slavko HartungGrenzüberschreitende Rettungskräfte üben Katastrophenschutz in Gangelt mit Chemikalien-Unfall
Großübung für den Katastrophenfall: Grenzüberschreitende Rettungskräfte proben in Gangelt
Am vergangenen Wochenende fand in Gangelt im Kreis Heinsberg eine große internationale Notfallübung statt. Rettungsteams aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien simulierten gemeinsam einen großflächigen Katastrophenfall. Ziel der Übung war es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei einem Gefahrguteinsatz mit zahlreichen Verletzten zu erproben.
Das Szenario sah einen schweren Zusammenstoß zwischen einem Lkw mit giftigen Stoffen, einem Reisebus und mehreren Pkw vor. Dutzende Verletzte, eingeklemmte Personen und ein gefährlicher Chemikalienaustritt wurden nachgestellt. Niederländische Einheiten in spezieller Schutzkleidung sicherten das gefährliche Material.
Mehr als 30 Hilfsorganisationen aus der Euregio nahmen teil. Drohnen kartografierten das Gelände aus der Luft und lieferten Echtzeit-Lagebilder. Die Kreisstraße 13 blieb einen Großteil des Samstags gesperrt, wurde aber bis zum Abend wieder freigegeben.
Die Veranstalter bestätigten im Nachgang den Erfolg der Übung und betonten die gute Zusammenarbeit trotz unterschiedlicher nationaler Gesetze und Einsatzstrukturen. Solche Übungen sind besonders in Grenzregionen wertvoll, wo Nachbarländer mit Gerät oder Fachwissen aushelfen können, das lokalen Kräften möglicherweise fehlt. Die letzte Großübung dieser Art fand vor acht Jahren statt.
In den vergangenen Jahren gab es ähnliche grenzüberschreitende Übungen mit Beteiligung weiterer europäischer Länder. Österreich veranstaltete 2023 die Übung "Alpen Adler" in Tirol, die Schweiz führte 2024 "Grenzrettung" am Bodensee durch, und Luxemburg organisierte 2022 "Rheinrettung".
Die Übung in Gangelt zeigte, wie Rettungskräfte aus verschiedenen Ländern unter Druck zusammenarbeiten können. Die gelungene Koordination stärkt die Vorbereitung auf reale Katastrophen in Grenzregionen. Künftige Übungen werden voraussichtlich auf diesem Modell aufbauen, um die grenzüberschreitende Einsatzfähigkeit weiter zu verbessern.






