Henkel erhöht Preise wegen steigender Kosten und regionaler Nachfrageschwäche
Etta SchollHenkel erhöht Preise wegen steigender Kosten und regionaler Nachfrageschwäche
Henkel verzeichnet eine stabile Nachfrage nach seinen Kernprodukten, doch wirtschaftliche Belastungen zwingen das Unternehmen zu Preisanpassungen. Der Hersteller von Marken wie Persil und Schwarzkopf warnte, dass steigende Kosten – angetrieben durch hohe Ölpreise und Lieferkettenstörungen – die Gewinnmargen belasten. Vorstandsvorsitzender Carsten Knobel betonte, wie wichtig schnelle Maßnahmen bei der Preisgestaltung seien, um die Rentabilität zu sichern.
In den vergangenen zwölf Monaten verzeichneten Henkels beiden Hauptsparten – Klebetechnologien (Adhesive Technologies) und Konsumgütermarken (Consumer Brands) – ein globales Nachfragewachstum von 1 bis 2 %. Die Entwicklung verlief jedoch regional unterschiedlich: Während Europa aufgrund von Inflation und wirtschaftlicher Abkühlung stagnierte oder leicht rückläufig war, verzeichneten Asien – insbesondere China und Indien – einen Anstieg von 3 bis 5 %. Dieser Aufschwung wurde durch die Erholung der Verbraucherausgaben und der industriellen Aktivität gestützt.
Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 47.000 Mitarbeiter, wobei weniger als ein Fünftel in Deutschland ansässig ist. Trotz seiner globalen Präsenz sieht sich Henkel mit indirekten Folgen der anhaltenden Krise konfrontiert. Höhere Ölpreise haben die Material-, Logistik- und Transportkosten in die Höhe getrieben, wobei Lieferanten diese Mehrkosten an das Unternehmen weitergeben.
Um die gestiegenen Ausgaben auszugleichen, setzt Henkel auf die Stärken seiner Produkte, um Preiserhöhungen zu rechtfertigen. Die Strategie baut auf die starke Markentreue zu Produkten wie Persil und Schwarzkopf. Knobel äußerte zudem die Hoffnung, dass sich die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges nicht über das gesamte Jahr hinziehen würden.
Der jüngste Geschäftsbericht von Henkel zeigt eine stabile, aber regional uneinheitliche Nachfrage. Durch die Betonung der Produktvorteile soll der Effekt notwendiger Preisanhebungen abgemildert werden. Bei einem Umsatz von 20,5 Milliarden Euro im Jahr 2021 wird der weitere Kurs des Unternehmens davon abhängen, wie gut es gelingt, die Kosten im Griff zu behalten und gleichzeitig das Vertrauen der Kunden zu wahren.






