18 April 2026, 16:23

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein satirischer Protest gegen Markenmacht

Schwarze und weiße Visitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, located at No. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein satirischer Protest gegen Markenmacht

Der Komiker Joe Lycett hat in einem kühnen Schritt seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen. Die Entscheidung folgt auf einen langjährigen Streit mit dem Modeunternehmen wegen dessen aggressiver Durchsetzung von Markenrechten. Kleine Unternehmen und gemeinnützige Organisationen sahen sich mit juristischen Drohungen konfrontiert, weil sie das Wort "BOSS" in ihren Namen verwendeten.

Die Namensänderung erfolgt, nachdem das Unternehmen Hugo Boss mehreren Organisationen Unterlassungsaufforderungen zukommen ließ. Die Brauerei Boss Brewing aus Swansea gab rund 12.000 Euro für Anwalts- und Umfirmierungskosten aus, nachdem sie eine solche Aufforderung erhalten hatte. Auch die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss sah sich mit einer Klage konfrontiert, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

Der Modekonzern, 1924 gegründet, hat eine umstrittene Vergangenheit. Sein Namensgeber, Hugo Boss, war Mitglied der NSDAP und unterstützte Adolf Hitler. Während des Zweiten Weltkriegs fertigte das Unternehmen SS-Uniformen – hergestellt von Zwangsarbeitern. Lycett, nun offiziell Hugo Boss, betont, dass er mit diesen historischen Handlungen nichts zu tun habe.

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Mit über 14.000 Mitarbeitenden in 127 Ländern erzielte das Unternehmen 2018 einen Umsatz von mehr als 2,6 Milliarden Euro. Lycett plant, unter seinem neuen Namen ein Produkt auf den Markt zu bringen – eine satirische Pointe im anhaltenden Konflikt.

Die Namensänderung unterstreicht die Spannungen zwischen der Durchsetzung von Markenrechten durch Konzerne und den Auswirkungen auf kleinere Akteure. Lycetts Schritt als Hugo Boss wird die Debatte wahrscheinlich weiter anheizen. Die Veröffentlichung seines Produkts unter dem neuen Namen könnte die öffentliche Diskussion noch verschärfen.

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