Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Tradition oder finanzielle Notwendigkeit?
Slavko HartungFormer Cathedral Architect Criticizes Planned Entrance Fee for Cologne Cathedral - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Tradition oder finanzielle Notwendigkeit?
Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen
Die historische Stätte, die jährlich sechs Millionen Besucher anzieht, ist derzeit noch kostenlos zugänglich. Die Verantwortlichen planen, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte 2024 einzuführen – die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest.
Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, hat sich gegen den Vorschlag ausgesprochen. Sie bezeichnete das mögliche Eintrittsgeld als "sehr problematisch" und warnte, es könnte den Zugang auf wohlhabendere Touristen beschränken. Aus ihrer Sicht würde eine Eintrittsgebühr den offenen und einladenden Charakter des Doms verändern.
Der Kölner Dom zählt zu den meistbesuchten katholischen Kirchen weltweit und beherbergt die Reliquien der Heiligen Drei Könige. Schock-Werner erkannte zwar den Bedarf an zusätzlichen Einnahmen an, argumentierte jedoch, dass eine Gebühr die kulturelle und spirituelle Bedeutung des Doms für Köln schwächen könnte.
Die öffentliche Reaktion auf ähnliche Pläne in Deutschland war bisher gemischt. In den vergangenen fünf Jahren stießen Vorschläge für Eintrittsgelder an Sehenswürdigkeiten wie der Aachener Pfalzkapelle auf starken Widerstand. 2023 sammelte eine Petition gegen Gebühren am Kölner Dom über 50.000 Unterschriften. Dennoch haben einige UNESCO-Stätten wie der Speyerer Dom aufgrund von Haushaltszwängen bereits Eintrittsgelder eingeführt – Umfragen zeigen eine wachsende Akzeptanz unter den Besuchern.
Die Einführung einer Gebühr würde für den Kölner Dom einen bedeutenden Wandel bedeuten. Falls sie beschlossen wird, könnte sie die Besucherzahlen und die Zugänglichkeit des Ortes beeinflussen. Die Entscheidung wird voraussichtlich davon abhängen, wie sich finanzielle Notwendigkeiten mit der langjährigen Tradition des kostenlosen Zugangs in Einklang bringen lassen.