Machtkampf im Autogewerbe: ZDK und ZVK liefern sich erbitterten Verbandsstreit
Slavko HartungMachtkampf im Autogewerbe: ZDK und ZVK liefern sich erbitterten Verbandsstreit
Ein erbitterter Streit ist zwischen zwei führenden Automobilverbänden Deutschlands entbrannt. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und der Zentralverband des Kraftfahrzeughandwerks (ZVK) liefern sich nun einen Konflikt um Mitgliedsbeiträge, Governance-Reformen und die organisatorische Kontrolle. Die Spannungen erreichten im Januar 2024 ihren Höhepunkt, als der ZDK Satzungsänderungen durchsetzte, die auf mehr Transparenz und eine klarere Interessenvertretung der Branche abzielen.
Die im Januar eingeführten Reformen stellen einen deutlichen Bruch mit früheren Gepflogenheiten dar. Bisher teilten sich ZDK und ZVK Führungsrollen: Drei feste Sitze sowie ein Vizepräsidium waren dem ZVK vorbehalten. Die neuen Regeln sehen nun nur noch einen Vertreter aus dem Handwerksbereich vor – ohne automatische Positionen. Personalentscheidungen werden künftig durch demokratische Abstimmungen in der Mitgliederversammlung getroffen.
Die Änderungen zwingen zudem zu einer strikten Trennung der beiden Verbände. Gemeinsame Personen in Gremien gibt es nicht mehr, und Ausschüsse wurden zu rein beratenden Organen umgestaltet. Exklusive Sprecherrechte an der Spitze sollen widersprüchliche öffentliche Stellungnahmen verhindern.
Der Zeitpunkt der Reformen fällt mit einer Zuspitzung der Konflikte zusammen. Der ZVK beansprucht 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK für sich – ein Schritt, den der ZDK als Versuch bezeichnet, den Verband "auszuhungern". Im Gegenzug wirft der ZDK dem ZVK vor, gezielt eine Spaltung herbeiführen zu wollen. Als Gegenmaßnahme bietet der ZDK nun direkte Mitgliedschaftsmodelle für Werkstätten an, um deren Anschluss an die Bonner Zentrale auch dann zu sichern, wenn Landesverbände austreten.
Ein langjähriger Streitpunkt – die Auseinandersetzung um Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen – hat zwar an rechtlicher Brisanz verloren. Doch der grundsätzliche Konflikt um Governance und Finanzierung zeigt keine Anzeichen einer Entspannung.
Die Reformen des ZDK haben das Verhältnis zum ZVK neu geordnet: Gemeinsame Einflussnahme wurde zurückgedrängt, demokratische Kontrolle gestärkt. Werkstätten erhalten nun die Möglichkeit, sich direkt dem ZDK anzuschließen und Landesverbände zu umgehen. Gleichzeitig bleibt die finanzielle und organisatorische Pattsituation zwischen den beiden Verbänden ungelöst – beide Seiten geben in ihren Positionen nicht nach.