Maria Kalesnikava erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Alexander MälzerMaria Kalesnikava erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava hat am Samstag in Aachen offiziell den Internationalen Karlspreis erhalten. Die Auszeichnung würdigt ihren Einsatz für Demokratie in Belarus – einen Kampf, den sie selbst nach ihrer Haftentlassung fortsetzt. Gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen Swjatlana Zichanouskaja und Veronika Zepkalo, die ebenfalls für ihren Widerstand gegen das Regime von Alexander Lukaschenko geehrt wurden, teilt sie sich die renommierte Ehrung.
Der Karlspreis war den drei Frauen bereits 2022 zugesprochen worden, als Kalesnikava noch in Belarus inhaftiert war. Damals erfuhr sie hinter Gittern von der Auszeichnung und deutete sie als starkes Zeichen europäischer Solidarität. Nun, in Freiheit und in Deutschland lebend, nahm sie die Ehrung persönlich während einer Feier in Aachen entgegen – einer Stadt, deren Geschichte sie besonders schätzt.
In ihrer Dankesrede betonte Kalesnikava zwar ihre Dankbarkeit für die wiedererlangte Freiheit, verwies jedoch darauf, dass in Belarus weiterhin viele politische Gefangene in Haft sitzen. Sie rief die europäischen Regierungen auf, sowohl die im Exil lebenden Belarussen als auch diejenigen zu unterstützen, die im Land weiter gegen die Diktatur kämpfen. Ihr Ziel bleibt eine demokratische Zukunft für Belarus, das sie gemeinsam mit Zichanouskaja und Zepkalo verfolgt.
Seit 2020 führen die drei Frauen von außerhalb des Landes die prodemokratische Bewegung an. Zichanouskaja steht dem Vereinigten Übergangsrat vor, der die internationale Opposition für freie Wahlen koordiniert. Ihre Zusammenarbeit hält an, während sie auf politischen Wandel in ihrer Heimat hinarbeiten.
Der Karlspreis unterstreicht Kalesnikavas unerschütterlichen Einsatz für demokratische Rechte in Belarus. Gemeinsam mit ihren Mitpreisträgerinnen wirkt sie nun aus dem Exil und fordert eine stärkere europäische Unterstützung für ihre Sache. Ihr gemeinsames Ziel: freie Wahlen und ein Ende der autoritären Herrschaft Lukaschenkos.