30 March 2026, 00:26

Mega-Prozess um illegale Film- und Serienplattform mit Millionenumsätzen

Polizisten vor einem großen Gebäude mit Textumschrift, umgeben von einer Menschenmenge, Fahrzeugen und anderen Gegenständen in einer städtischen Umgebung.

Illegaler Vertrieb von Filmen und Serien: Zwei Jahre auf Bewährung in Aachen - Mega-Prozess um illegale Film- und Serienplattform mit Millionenumsätzen

Ein 59-jähriger Betreiber eines Datei-Hosting-Dienstes musste sich wegen des Vorwurfs der groß angelegten Urheberrechtsverletzung vor Gericht verantworten. Die zwischen 2008 und 2019 aktive Plattform soll nach Angaben mehr als 30.000 geschützte Filme und Fernsehsendungen ohne Genehmigung verbreitet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Dienst vor, während seines Bestehens über 64 Millionen Euro eingenommen zu haben.

Der Angeklagte betrieb eine Website, auf der Nutzer urheberrechtlich geschütztes Material hochladen und herunterladen konnten – teilweise gegen Bezahlung. Auf dem Höhepunkt seiner Nutzung speicherte der Dienst bis zu 20 Millionen Gigabyte an Daten. Den Ermittlungsbehörden zufolge wurden allein zwischen 2014 und 2019 zehntausende geschützte Werke illegal geteilt.

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Die Staatsanwaltschaft plädierte für eine zweijährige Bewährungsstrafe und begründete dies mit dem Ausmaß der Verstöße, das harte Sanktionen rechtfertige. Die Verteidigung hingegen beantragte eine Höchststrafe von einem Jahr und elf Monaten. Ein endgültiges Urteil steht noch aus.

Der Fall spiegelt den grundlegenden Wandel wider, den die Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte im Internet durchlaufen hat. Ende der 2000er-Jahre dominierten noch illegale Peer-to-Peer-Netzwerke, doch mit der Verbesserung der Breitbandverbindungen und der Streaming-Technologie verlagerte sich die Nachfrage zunehmend auf legale Plattformen. Dienste wie Netflix expandierten ab 2012 nach Europa, gefolgt von Disney+ im Jahr 2019. Strengere EU-Gesetze, darunter die Urheberrechtsrichtlinie von 2019, erschwerten zudem den Betrieb illegaler Seiten, indem sie Plattformen stärker für Nutzer-Uploads in die Verantwortung nahmen.

Der Prozess unterstreicht das finanzielle Ausmaß früherer Piraterie-Aktivitäten und den wachsenden rechtlichen Druck, dem solche Dienste heute ausgesetzt sind. Da das Urteil noch aussteht, könnte der Ausgang des Verfahrens richtungsweisend für ähnliche Fälle sein. Unterdessen bleiben lizenzierte Streaming-Dienste die vorherrschende Methode, über die Zuschauer Filme und Fernsehsendungen abrufen.

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