Münster-Mitte: Bürgerinitiative stoppt geplante Umbenennung von fünf NS-belasteten Straßen
Etta SchollMünster-Mitte: Bürgerinitiative stoppt geplante Umbenennung von fünf NS-belasteten Straßen
Eine Bürgerinitiative in Münster-Mitte hat erfolgreich genug Unterschriften gesammelt, um die Umbenennung von fünf örtlichen Straßen anzufechten. Mit der Kampagne soll eine Entscheidung des Bezirksrats blockiert werden, der Namen mit Bezug zur Zeit von 1933 bis 1945 ändern möchte. Über 6.000 Anwohner unterzeichneten die Petition und erreichten damit die gesetzlich vorgeschriebene Hürde für ein Bürgerbegehren.
Im Mittelpunkt der Debatte stehen die Skagerrakstraße, die Admiral-Scheer-Straße, die Admiral-Spee-Straße, die Otto-Weddigen-Straße und die Langemarckstraße. Die Überprüfung von Straßennamen aus der NS-Zeit begann bereits 2020. Im September 2024 verabschiedete der Stadtrat dann Richtlinien für öffentliche Ehrungen, darunter auch eine fraktionsübergreifende Unterstützung für die Umbenennung bestimmter Straßen.
Die Initiative sammelte 6.071 gültige Unterschriften – und übertraf damit die Fünf-Prozent-Hürde, die für Gebiete mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern gilt. Daraufhin muss der Bezirksrat Münster-Mitte nun am 11. November entscheiden, ob er die Petition annimmt oder einen Bürgerentscheid in die Wege leitet.
Damit das Bürgerbegehren erfolgreich ist, müssen mindestens zehn Prozent der Bezirksbevölkerung teilnehmen. Eine Mehrheit der Stimmen würde dann darüber entscheiden, ob die Straßen ihre aktuellen Namen behalten. Lehnt der Rat die Petition ab, haben die Anwohner das letzte Wort in einer verbindlichen Abstimmung.
Das Ergebnis hängt von der Entscheidung des Bezirksrats im November ab oder – falls nötig – von einem öffentlichen Bürgerentscheid. Der Prozess spiegelt die anhaltenden Diskussionen über historische Straßennamen und ihren Platz im heutigen Münster wider. Die endgültige Entscheidung liegt entweder bei den gewählten Vertretern oder bei den Wählerinnen und Wählern des Bezirks.






