10 June 2026, 16:27

Nadav Lapid zieht sich nach Boykott-Druck vom FID Marseille zurück

Natalie Portman, Justine Triet und Jacques Audiard verteidigen den israelischen Regisseur Nadav Lapid: 'Der kulturelle Boykott ist ein intellektuelles Versagen'

Nadav Lapid zieht sich nach Boykott-Druck vom FID Marseille zurück

Der israelische Regisseur Nadav Lapid sah sich wachsendem Druck ausgesetzt, sich vom internationalen Filmfestival FID Marseille zurückzuziehen. Seine Einladung als Jurymitglied löste eine Kontroverse aus, in deren Verlauf seine Absetzung gefordert wurde. Die Situation spitzte sich zu, als Filmemacher ihre Werke aus Protest von dem Festival zurückzogen.

Lapid, ein entschiedener Kritiker der Regierung von Benjamin Netanyahu, lebt seit 2021 in Frankreich. Sein jüngster Film Yes wurde von Variety als scharfe Abrechnung mit dem israelischen Nationalismus beschrieben. Trotz seines Entschlusses, sich zurückzuziehen, um dem Festival Schwierigkeiten zu ersparen, äußerte er Frustration über die wachsenden Forderungen gegen seine Person.

Über 350 Branchenvertreter, darunter Natalie Portman und Jacques Audiard, unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie den Boykott verurteilten. Sie argumentierten, dass sein Ausschluss von einem französischen Festival als Warnsignal für Kultureinrichtungen dienen sollte. Eine zweite, von Alice Diop und anderen unterstützte Stellungnahme bezeichnete die Kampagne gegen Lapid als Einschüchterungsversuch und hinterfragte die Begründung des Boykotts.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Etwa zehn Filmemacher hatten ihre Werke bereits vom Festival abgezogen. Lapid entschied sich schließlich für einen vollständigen Rückzug und verwies auf Bedenken hinsichtlich der weiteren Auswirkungen auf die kulturelle Freiheit.

Der Boykott führte letztlich zu Lapids Ausscheiden aus der Festivaljury. Le Monde veröffentlichte zwei Stellungnahmen zu seiner Verteidigung und kritisierte den Boykott. Der Vorfall hat Sorgen über den Druck auf kulturelle Veranstaltungen und die künstlerische Meinungsfreiheit verstärkt.

Quelle