NRW kämpft mit Azubi-Mangel: Warum die Nachfrage das Angebot übersteigt
Alexander MälzerNRW kämpft mit Azubi-Mangel: Warum die Nachfrage das Angebot übersteigt
Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen steht vor neuen Herausforderungen: Nachfrage nach Azubis übersteigt das Angebot
Der Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen sieht sich mit frischen Problemen konfrontiert, da die Nachfrage nach Auszubildenden das Angebot übersteigt. Während Krefeld nur einen leichten Rückgang bei neuen Ausbildungsverträgen verzeichnete, erlebte das benachbarte Viersen einen deutlichen Einbruch. Arbeitgeber und Wirtschaftsverbände werben nun verstärkt bei jungen Menschen für eine Berufsausbildung – angesichts wachsender Sorgen über künftige Fachkräftemängel.
Laut der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein wurden bis Ende Oktober 3.538 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – ein Rückgang um 6,48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Krefeld schnitt mit 964 neuen Verträgen und einem Minus von nur 0,52 Prozent noch relativ gut ab, während Viersen einen stärkeren Rückgang um 11,94 Prozent hinnehmen musste und lediglich 612 Verträge registrierte.
Besonders gefragt waren Ausbildungsplätze als Kaufmann/-frau für Büromanagement, Chemikant/in und Verkäufer/in im Einzelhandel. Trotz des Rückgangs betonte Hasan Klauser, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld, dass der Markt weiterhin kandidatengetrieben sei – es gebe mehr Ausbildungsstellen als Bewerber.
Ein zentraler Grund für den schwindenden Pool an Auszubildenden ist die Rückkehr Nordrhein-Westfalens zum neunjährigen Gymnasium (G9). Dadurch werden 2026 keine Abiturienten auf den Arbeitsmarkt strömen, was die Zahl qualifizierter Bewerber verringert. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, warnte, dass Unternehmen, die Abiturienten für Ausbildungsplätze suchen, zunehmend Schwierigkeiten haben werden, diese zu besetzen.
Als Reaktion werben die IHK, die Kreishandwerkerschaft und die Bundesagentur für Arbeit verstärkt für die Berufsausbildung als sicheren Weg zu qualifizierter Beschäftigung. Arbeitgeber setzen weiterhin auf betriebliche Ausbildung als effektivstes Mittel, um Fachkräfte heranzubilden.
Die aktuellen Zahlen unterstreichen die wachsende Kluft zwischen offenen Ausbildungsstellen und interessierten Bewerbern. Da 2026 weniger Abiturienten erwartet werden, könnten Unternehmen noch größere Probleme bekommen, qualifizierte Auszubildende zu finden. Wirtschaftsvertreter fordern nun eine intensivere Ansprache junger Menschen, um ihnen die Vorteile einer Berufsausbildung bewusst zu machen.






