07 May 2026, 04:20

NRW-Polizei setzt auf digitale OSINT-Ermittlungen gegen Online-Kriminalität

Ein Mann mit einem freundlichen Gesichtsausdruck in einem Anzug und Krawatte, mit einem Logo und Text auf der rechten Seite, der besagt: "Teil des Strong Cities Netzwerks zu sein bedeutet, Zugang zu Wissen und Werkzeugen zu haben, um gewalttätigen Extremismus in Frage zu stellen." vor einem unscharfen Hintergrund.

NRW-Polizei setzt auf digitale OSINT-Ermittlungen gegen Online-Kriminalität

Nordrhein-Westfalens Polizei rüstet digital auf – mit Open-Source-Intelligenz (OSINT)

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Die Polizei in Nordrhein-Westfalen setzt verstärkt auf digitale Ermittlungsmethoden und baut ihre Kapazitäten im Bereich Open-Source-Intelligenz (OSINT) aus. Ziel der Initiative ist es, Ermittler darin zu schulen, Verdächtige im Netz zu verfolgen – und dabei selbst unsichtbar zu bleiben. Von der Spurensuche in sozialen Medien bis hin zu KI-gestützten Arbeitsplätzen: Das Programm soll die Online-Fähigkeiten der Behörden modernisieren.

Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine OSINT-Einheit von einst zwei Beamten auf ein 16-köpfiges Expertenteam ausgebaut. Fabian Coenen, Leiter der Unterabteilung 22.2, koordiniert mittlerweile sechs spezialisierte Behörden im gesamten Bundesland. Die Einheiten bearbeiten alles – von routinemäßigen Open-Source-Recherchen bis zu schnellen Einsatzmaßnahmen bei dynamischen politischen Ereignissen mit nationaler Sicherheitsrelevanz.

Ausbildung als zentraler Baustein der Offensive Ein Schlüsselelement des Vorhabens ist die Schulung der Ermittler. Marc Restemeyer, Dozent an der Landesakademie für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP), vermittelt Beamten, wie sie rechtssicher und abhörsicher Informationen beschaffen. Sein webbasiertes Schulungsprogramm umfasst zehn Module und stellt sicher, dass alle Teilnehmer vor dem Einsatz in der Praxis einheitliche Standards beherrschen.

Praxisbeispiel: Die Jagd nach einem gesuchten Influencer Ein konkretes Szenario: die Verfolgung eines flüchtigen Influencers über Instagram. Durch die Analyse von Posts lernen die Beamten, Aufenthaltsorte und Aktivitäten zu rekonstruieren – ohne dabei digitale Spuren zu hinterlassen. Jannik Doktorowski, Kriminalhauptkommissar aus Bielefeld, betont die Wirkung der neuen Werkzeuge: Die professionelle Hardware und das Training seien ein „enormer Gewinn für die Einsatzsicherheit“.

Mehr als nur Schulungen: Digitale Streifen, verdeckte Online-Ermittlungen und KI Neben der Ausbildung umfasst die Initiative digitale Streifengänge, verdeckte Ermittlungen im Netz sowie KI-gestützte Arbeitsplätze. Die OSINT-Einheit des LKA fungiert dabei als zentrale Schnittstelle, die die Arbeit der sechs Spezialeinheiten koordiniert – für mehr Effizienz und einheitliche Standards.

Ein Paradigmenwechsel in der digitalen Ermittlungsarbeit Die OSINT-Offensive markiert einen Wandel in der Herangehensweise der nordrhein-westfälischen Polizei an digitale Ermittlungen. Mit erweiterten Teams, standardisierten Schulungen und modernster Technik sind die Beamten nun besser gerüstet, um Online-Bedrohungen zu bekämpfen. Das Ziel ist klar: schnellere, sicherere Einsätze – ohne digitale Fußabdrücke.

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