19 March 2026, 16:28

NRW-Therapeuten protestieren gegen Honorarkürzungen bei akutem Kassensitz-Mangel

Blauer Hintergrund mit weißer Schrift und einem weißen Kreis-Logo, das eine vorgeschlagene Regel zur Stärkung der geistigen Gesundheit umrandet.

NRW-Therapeuten protestieren gegen Honorarkürzungen bei akutem Kassensitz-Mangel

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Nordrhein-Westfalen (NRW) bereiten sich diese Woche auf Proteste gegen geplante Honorarkürzungen vor. Die Demonstrationen finden vor dem Hintergrund eines massiven Mangels an kassenfinanzierten Therapieplätzen in Deutschland statt, wodurch tausende Patientinnen und Patienten monatelang auf eine Behandlung warten müssen. Fachverbände warnen, dass weitere Gebührenkürzungen den Zugang zur psychotherapeutischen Versorgung weiter verschlechtern könnten.

Am Donnerstag werden Therapeuten in NRW in Städten wie Köln, Düsseldorf und Dortmund auf die Straße gehen. Sie wehren sich gegen eine geplante Kürzung der Erstattungssätze für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent, die ab dem 1. April 2026 in Kraft treten soll. Die Psychotherapeutenkammer NRW warnt, dass diese Kürzungen noch mehr Behandler dazu veranlassen könnten, sich auf Privatpatienten zu konzentrieren – mit der Folge, dass gesetzlich Versicherte noch längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssten.

Aktuell betragen die durchschnittlichen Wartezeiten für ein Erstgespräch in NRW bereits fünf Monate. Bundesweit fehlen Schätzungen zufolge etwa 7.000 Kassensitze – Zulassungen für die Behandlung von Kassenpatienten –, wobei ländliche Regionen aufgrund veralteter Planungsvorgaben besonders betroffen sind. Die Übernahme eines solchen Sitzes kann bis zu 50.000 Euro kosten, da Therapeutinnen und Therapeuten oft bestehende Praxen übernehmen oder sich einkaufen müssen.

Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) weist darauf hin, dass Psychotherapeuten im Vergleich zu anderen Fachärztgruppen am wenigsten verdienen. Da Privatpatienten deutlich höhere Honorare zahlen, könnten die neuen Kürzungen die Kluft weiter vertiefen. Wenn sich noch mehr Therapeuten auf Privatpatienten verlegen, müssten gesetzlich Versicherte mit noch längeren Wartezeiten rechnen.

Die Proteste spiegeln wachsende Sorgen um die Zukunftsfähigkeit der psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland wider. Ohne Kurskorrekturen könnten der Mangel an Kassensitzen und sinkende Erstattungssätze immer mehr Therapeuten dazu zwingen, ihr Angebot für Kassenpatienten einzuschränken. Für Betroffene hätte dies noch weniger Behandlungsmöglichkeiten und noch längere Wartezeiten auf dringend benötigte Therapien zur Folge.

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