Preisaufschlag an der Mailänder Scala entfacht Proteste der "Loggionisti"
Alexander MälzerPreisaufschlag an der Mailänder Scala entfacht Proteste der "Loggionisti"
Mailänder Scala erhöht Preise für 36 Plätze um über 30 Prozent – „Loggionisti“ protestieren
Die Mailänder Scala hat die Ticketpreise für 36 Plätze in der zweiten Galerie um mehr als 30 Prozent angehoben. Die Maßnahme hat vor allem bei Stammgästen für Empörung gesorgt, insbesondere bei den treuen Fans, die als „Loggionisti“ bekannt sind. Abo-Karten, die bisher 800 Euro kosteten, schlagen nun mit 1.050 Euro zu Buche.
Von der Preiserhöhung betroffen ist nur ein kleiner Teil der insgesamt 531 Plätze des Opernhauses. Die Leitung spielt die Kritik herunter und verweist darauf, dass lediglich wenige Tickets teurer geworden seien. Zudem betont sie, dass der Durchschnittspreis für einen Platz in der Galerie um nur 1,48 Euro steige – auf 45,56 Euro in der nächsten Spielzeit und 46,94 Euro im übernächsten Jahr.
Während der Premiere von Verdis Carmen wurden die Proteste lauter: Aus den oberen Rängen regnete es Flugblätter, die die Preiserhöhungen anprangerten. Das Theater begründete die Anpassung mit anstehenden Tarifverhandlungen und der Verlegung seiner Werkstätten.
Die Scala ist bereits jetzt das teuerste Opernhaus Europas – nur die Salzburger Festspiele verlangen noch höhere Preise. Trotz des Aufruhrs schreibt das Haus derzeit schwarze Zahlen. Intendant Fortunato Ortombina versicherte, unter seiner Führung werde es keine weiteren Erhöhungen geben.
Die Preisanhebung für die ausgewählten Plätze bleibt jedoch bestehen. Die Leitung der Scala beharrt darauf, dass die finanziellen Auswirkungen begrenzt seien. Doch bei den engagiertesten Fans des Hauses ebben die Proteste nicht ab.






