07 April 2026, 18:34

Regionalverkehr in Deutschland kämpft mit Finanznot und drohenden Streichungen

Ein Plakat, das eine detaillierte Karte des U.S.-Programms für den Hochgeschwindigkeits-Personenverkehr zeigt, einschließlich Routen und wichtiger Standorte, mit erklärendem Text über seine Funktion und seinen Zweck.

Regionalverkehr in Deutschland kämpft mit Finanznot und drohenden Streichungen

Regionalverkehr in Deutschland steht unter wachsendem Finanzdruck

Die regionalen Bahnverbindungen in Deutschland sehen sich steigenden Kosten und ausbleibenden Fördermitteln gegenüber. Seit die Bundesregierung die Verantwortung an die Länder übertragen hat, konnten die Budgets nicht mit der Inflation Schritt halten. Nun warnen Betreiber, dass höhere Trassengebühren und Betriebskosten zu weiteren Streichungen oder sogar zur Einstellung von Verbindungen führen könnten.

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Die finanzielle Belastung des Regionalverkehrs begann mit der Verlagerung der Zuständigkeit von der Bundes- auf die Landesebene, wo die Ausschreibungen seitdem stattfinden. Die Mittel wurden jedoch nicht inflationsbereinigt angepasst, sodass die Betreiber mit knapperen Budgets auskommen müssen. 2021 meldete Abellio, eine Tochter der niederländischen Staatsbahn, in Deutschland Insolvenz an, nachdem die Kosten nicht mehr tragbar waren. Erst kürzlich stellte National Express den Betrieb auf der stark frequentierten Strecke Aachen–Hamm ein – mit Verweis auf steigende Ausgaben und der Forderung nach besseren Vertragsbedingungen.

Jeder Zug auf Bundesstrecken muss eine Infrastrukturabgabe entrichten, eine Kostenposition, die Busse vollständig umgehen. Die EU hat ein System der Grenzkosten vorgeschlagen, bei dem Bahnunternehmen nur die direkten Betriebskosten tragen – nicht jedoch pauschale Infrastrukturgebühren. Doch die Bundesregierung erwartet von der DB InfraGo, dass sie die Modernisierungen finanziert, was die Trassenentgelte weiter in die Höhe treiben könnte.

Aktuell läuft ein entscheidender Rechtsstreit über die Obergrenze für Trassengebühren im Regionalverkehr. Der Europäische Gerichtshof soll bis Mitte 2026 über deren Rechtmäßigkeit entscheiden. Fällt die Deckelung weg, könnten die Fixkosten für regionale Betreiber stark ansteigen. Gleichzeitig wurde das Deutschland-Ticket – ein bundesweites Flatrate-Angebot – bis 2030 gesichert, wobei ab 2027 inflationsabhängige Preisanpassungen vorgesehen sind.

Das Urteil des EU-Gerichts wird darüber entscheiden, ob die Regionalbahnbetreiber mit deutlich höheren Kosten konfrontiert werden. Ohne Anpassungen bei der Finanzierung oder den Gebührenstrukturen bleiben weitere Streichungen oder Insolvenzen wahrscheinlich. Die langfristige Verlängerung des Deutschland-Tickets sorgt zwar für etwas Planungssicherheit, doch die grundsätzlichen finanziellen Herausforderungen des Regionalverkehrs bestehen fort.

Quelle