17 March 2026, 00:48

Solinger Kirchenkreis steht vor radikaler Gebäudewende bis 2035

Eine evangelische Kirche steht in der Mitte einer Straße, mit einer Straße unten, Pflanzen und Bäumen im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel darüber.

Solinger Kirchenkreis steht vor radikaler Gebäudewende bis 2035

Der Evangelische Kirchenkreis Solingen plant umfassende Veränderungen an seinen Gebäuden. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und knapper werdender Haushalte haben die Verantwortlichen Vorschläge für die Zukunft der Kirchen und Gemeindehäuser erarbeitet. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Hartmut Hoferichter entwickelte monatelang eine Strategie, um die Nachhaltigkeit in schwierigen Zeiten zu sichern.

Laut Prognosen des Kirchenkreises werden die finanziellen Mittel bis Mitte der 2030er Jahre auf die Hälfte schrumpfen. Dieser Rückgang zwingt die Führung, zu überprüfen, wie viele Immobilien langfristig erhalten werden können. Eine vorläufige Liste teilt die Gebäude nun in drei Kategorien ein: solche, die langfristig gesichert werden sollen, solche, die einer weiteren Prüfung bedürfen, und solche, die voraussichtlich nicht mehr kirchlich genutzt werden.

Ein Sonderfall bleibt die Stadtkirche Mitte. Ihre zentrale Lage, die Barrierefreiheit als einzige vollständig rollstuhlgerechte evangelische Kirche in Solingen sowie ihre vielfältigen Funktionen machen ihre Zukunft noch zum Diskussionsthema. Unterdessen hat die Evangelische Kirche im Rheinland das Ziel ausgegeben, dass bis 2035 alle ihre Gebäude klimaneutral sein sollen – ein Vorhaben, das kostspielige Sanierungen erfordert.

Superintendentin Ilka Werner betonte die Bedeutung von Transparenz während des Prozesses. Sie dankte der siebenköpfigen Arbeitsgruppe für ihr Engagement bei der Ausarbeitung der Vorschläge. Bei einer kürzlichen Informationsveranstaltung sprachen sich die Teilnehmer trotz unterschiedlicher Meinungen zu einzelnen Standorten für den Zusammenhalt in der Kirche aus.

Eine außerordentliche Synode am 14. März 2026 wird das Gebäudekonzept eingehend prüfen. Ungewiss ist jedoch, ob aus diesem Treffen bereits verbindliche Beschlüsse hervorgehen werden.

Die Pläne markieren einen Wendepunkt für die evangelischen Kirchen in Solingen. Finanzielle Zwänge und ökologische Ziele werden das Immobilienportfolio des Kirchenkreises in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Ergebnis der Synode 2026 wird entscheiden, welche Gebäude erhalten bleiben – und welche möglicherweise umgenutzt oder geschlossen werden.

AKTUALISIERUNG

Erste Schließung genehmigt im Rahmen der Kirchenkreis-Strategie

Die Evangelische Kirchengemeinde Dorp ist die erste Solinger Gemeinde, die formell die Schließung eines Gebäudes im Rahmen der 2035-Strategie des Kirchenkreises genehmigt hat. Wichtige Entwicklungen sind:

  • Das Gemeindezentrum Arche an der Eichenstraße wird bis zum 31. Januar 2027 entweiht.
  • Die Genehmigung erfolgte nach einer Gemeindeversammlung im September 2025 und der Bestätigung durch den Kreissynodalvorstand.
  • Dieser Schritt entspricht dem übergeordneten Plan, das Gebäudebestand bis 2035 um die Hälfte zu reduzieren.