05 April 2026, 06:23

Suchtberatungsstellen in Deutschland kämpfen um ihr Überleben durch chronische Unterfinanzierung

Balkendiagramm, das die Rückfallraten bei Drogensucht mit anderen chronischen Krankheiten vergleicht und farblich nach Schweregrad unterteilt.

Suchtberatungsstellen in Deutschland kämpfen um ihr Überleben durch chronische Unterfinanzierung

Suchthilfe in Deutschland steht vor wachsender finanzieller Belastung – viele Beratungsstellen kämpfen ums Überleben

Die Diakonische Vereinigung Mönchengladbach, die seit 1975 Suchthilfe anbietet, warnt vor einer dringenden Unterfinanzierung des Systems. Allein 2024 unterstützte die Einrichtung 918 Menschen und leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag für die öffentliche Gesundheit und den sozialen Zusammenhalt.

In der Beratungsstelle der Diakonie in der Mittelstraße 12 in Rheydt erhalten Betroffene Hilfe bei Alkohol-, Medikamenten- und digitalen Medienabhängigkeiten. Eine offene Informations- und Motivationsgruppe bietet einen geschützten Rahmen, um über Herausforderungen zu sprechen und erste Schritte in Richtung Veränderung zu wagen. Neben der Einzelberatung unterstützt die Stelle auch bei der Vermittlung in Therapien und weitere Hilfsangebote – ein wichtiger Baustein, um Krisen vorzubeugen und Folgeerkrankungen zu verringern.

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Drei Viertel der öffentlich geförderten Suchtberatungsstellen in Deutschland können ihre Betriebskosten nicht decken. Zwar liegen noch keine genauen Zahlen zu Schließungen im Jahr 2024 vor, doch der finanzielle Druck zwingt viele Einrichtungen bereits jetzt zu Kürzungen oder zur vollständigen Aufgabe ihrer Arbeit. Die Diakonische Vereinigung betont: Ohne eine nachhaltige Finanzierung geraten essenzielle Leistungen in Gefahr – von der Kriminalprävention über Bildungsstabilität bis hin zur sozialen Teilhabe.

Die Organisation appelliert an Politik, Gesellschaft und Medien, die Suchtberatung als zentralen Bestandteil von Gesundheits- und Sozialpolitik anzuerkennen. Ihre Arbeit hilft Betroffenen, Abhängigkeiten zu erkennen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Doch langfristige Lösungen brauchen eine solide finanzielle Grundlage.

Der Hilferuf der Diakonie kommt zu einer Zeit, in der die Nachfrage nach Suchtberatung unvermindert hoch bleibt. Die Zahlen für 2024 zeigen: Fast eintausend Menschen in Mönchengladbach allein waren auf die Angebote angewiesen. Ohne verbesserte Förderung bleibt die Zukunft dieser lebenswichtigen Programme – und der Menschen, die sie benötigen – ungewiss.

Quelle