Verfallene Wuppertaler Polizeiwache: Schimmel, Abwasser und ein Streit um Millionenkosten
Slavko HartungVerfallene Wuppertaler Polizeiwache: Schimmel, Abwasser und ein Streit um Millionenkosten
Polizeistandort in Wuppertal verkommt nach Jahren des Verfalls
Nach jahrelanger Vernachlässigung bröckelt ein wichtiger Polizeistandort in Wuppertal dahin. Beamte kämpfen mit Wasserlecks, Schimmelbefall und sogar Abwasserüberflutungen an ihrem Arbeitsplatz. Nun sorgt ein Streit über steigende Mieten und Sanierungskosten für eine ungewisse Zukunft der Wache.
Das Polizeigebäude an der Müngstener Straße beherbergt zentrale Einheiten, darunter Einsatzkräfte und die Waffenverwaltung. Doch das im Besitz der Landesbauverwaltung stehende Gebäude leidet unter anhaltenden Wasserschäden, Schädlingsbefall und maroder Infrastruktur. Provisorische Reparaturen an Duschen und Dachabschnitten konnten den Verfall kaum aufhalten.
Die Arbeitsbedingungen werden von den Beamten als untragbar beschrieben. Björn Lüdtke, Vertreter der Polizeigewerkschaft, berichtete, dass Mitarbeiter teilweise durch Abwasser wateten, um ihren Dienst anzutreten. Die aktuelle Jahresmiete liegt bei rund vier Millionen Euro, doch nach einer Sanierung könnten die Kosten auf bis zu 30 Millionen Euro explodieren – eine Summe, die der Wuppertaler Polizepräsident kategorisch ablehnt. In der Folge drohen nun Räumungsklagen für Teile des Gebäudes.
Hinter den Kulissen laufen Verhandlungen zwischen den zuständigen Ministerien, um die Zukunft des Standorts zu klären. Der Wuppertaler Polizepräsident wurde jedoch Mitte Mai von diesen Gesprächen ausgeschlossen. Innenminister Herbert Reul hat zwar zusätzliche 1,1 Milliarden Euro für die Polizeiinfrastruktur bewilligt, doch die Mittel stehen erst ab 2030 zur Verfügung. Reul betont, der Standort müsse in Polizeihand bleiben, warnt jedoch davor, bei den Kosten „übers Ohr gehauen“ zu werden.
Währenddessen schreitet der Verfall des Gebäudes voran, und eine langfristige Finanzierung bleibt in weiter Ferne. Die Beamten arbeiten weiterhin unter unsicheren Bedingungen, und der finanzielle Stillstand lässt die Zukunft des Standorts ungeklärt. Ohne schnelles Handeln werden sich die Probleme in der Müngstener Straße voraussichtlich weiter verschärfen.






