05 June 2026, 14:55

"Vergeltung: Mord in der Heide" – Ein Drama über Schuld, Macht und gebrochene Klischees

'Vengeance: Mord auf dem Moor' - Schöpferin Aysha Rafaele bedauert mangelnde Fortschritte in der Darstellung von Schwarzen und britischen Asiaten im Fernsehen seit Adeel Akhtar bei 'Mord durch meinen Vater' einen BAFTA-Gewinn errang

"Vergeltung: Mord in der Heide" – Ein Drama über Schuld, Macht und gebrochene Klischees

„Vergeltung: Mord in der Heide“ – Ein neues Drama über Macht, Schuld und Vorurteile

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Dieses Sonntag strahlt Channel 4 das packende Drama „Vergeltung: Mord in der Heide“ (Vengeance: Murder on the Heath) aus. Unter der Regie der vierfachen BAFTA-Preisträgerin Aysha Rafaele beleuchtet die Serie den sogenannten „Honeytrap-Mord“ an Gagandip Singh – und bietet dabei einen ungewöhnlichen Blick auf die britische Sikh-Gemeinschaft, in der jede Figur zugleich Opfer und Täter ist.

Rafaele, die das Projekt nicht nur inszenierte, sondern auch schrieb und produzierte, will mit gängigen Klischees brechen. „Asiatische Mädchen werden oft als passiv dargestellt, asiatische Jungen als brave Musterschüler“, erklärt sie. Die Idee zur Serie entstand auch aus Frustration: Nach Adeel Akhtars BAFTA-Sieg 2017 hatte sie gehofft, dass sich die Rollenvielfalt für schwarze Schauspieler:innen und britische Asiat:innen auf dem Bildschirm verbessern würde – doch die Veränderung blieb aus.

Um ihre Projekte überhaupt realisieren zu können, wirbt Rafaele nicht bei Drama-Redaktionen, sondern bei Dokumentarfilm-Teams um Unterstützung. Das gibt ihr künstlerische Freiheit, wenn auch mit kleineren Budgets. Ihr vorheriges Werk, „Schmutzige Geschäfte“ (Dirty Business), thematisierte den Wasser- und Abwasserskandal in Großbritannien und zählte Stars wie David Thewlis und Jason Watkins zum Ensemble.

Mit „Vergeltung“ wagt die Regisseurin nun den nächsten mutigen Schritt. Das Drama taucht tief in komplexe Themen ein und bietet eine differenzierte Aufarbeitung eines viel diskutierten Falls. Die Serie feiert am Sonntag auf Channel 4 Premiere – und verspricht, das Bild der britischen Sikh-Gemeinschaft durch vielschichtiges Storytelling neu zu zeichnen. Rafaeles unkonventioneller Weg zur Produktion zeigt dabei sowohl die Hürden als auch die Chancen des modernen Fernsehdrama.

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