18 April 2026, 00:31

Von der Flucht zur Zukunft: Wie Schildgens Initiative Geflüchtete veränderte

Plakat zum 70. Jubiläum des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, mit einer Gruppe von Menschen in der Mitte, umgeben von Text und Zahlen, in einem klassischen Photo-Rahmen.

Von der Flucht zur Zukunft: Wie Schildgens Initiative Geflüchtete veränderte

Vor zehn Jahren schlossen sich einige Einwohner von Schildgen zusammen, um Geflüchtete in ihrer Gemeinde zu unterstützen. Ihre Initiative Willkommen in Schildgen bot praktische Hilfe und Freundschaft für Menschen, die vor Konflikten flohen. Heute haben viele von ihnen ein neues Leben aufgebaut – sie arbeiten, studieren und tragen zur deutschen Gesellschaft bei.

Einer von ihnen ist Youssef Messraba, der Ende 2015 aus Syrien ankam, erschöpft und krank. Sein Weg seitdem spiegelt sowohl die Herausforderungen als auch die Erfolge der Integration in Deutschland wider.

2015 hatten etwa 100 Schildgener Lokale Willkommen in Schildgen ins Leben gerufen, um Geflüchteten bei alltäglichen Aufgaben zu helfen. Ehrenamtliche unterstützten bei Behördengängen, Arztterminen, Deutschkursen sowie bei rechtlichen oder beruflichen Fragen. Das Netzwerk wurde für viele zur Lebensader – auch für Messraba, der sich noch heute an die Freundlichkeit erinnert, die ihm das Vertrauen in die Gesellschaft zurückgab.

In den vergangenen zehn Jahren zeigte sich die Wirkung der Initiative deutlich: 72 Prozent der Geflüchteten sind mittlerweile erwerbstätig, 15 Prozent befinden sich in Ausbildung oder Studium. Die meisten sprechen fließend Deutsch – ein entscheidender Schritt für ihre Integration. Messraba selbst absolvierte eine Ausbildung zum Elektroniker und studiert nun Elektro- und Medizintechnik. Drei Jahre lang lebte er mit seiner deutschen Freundin in Köln, doch die Beziehung endete später.

Trotz seiner Fortschritte bleiben Herausforderungen. Messraba wartet seit 20 Monaten auf die deutsche Staatsbürgerschaft und erlebt weiterhin Vorurteile. Seine Geschichte verdeutlicht, dass der Weg zur vollen Zugehörigkeit für Geflüchtete auch nach Jahren noch ungleich ist.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Zum Jubiläum zeigt die Ausstellung Himmel un Ääd bis zum 6. Dezember 21 farbige Porträts von Geflüchteten, die ihre Wege dokumentieren. Eine weitere Veranstaltung, Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen, findet am 28. November statt und lädt zur Reflexion über das vergangene Jahrzehnt ein.

Die Initiative Willkommen in Schildgen hat sowohl bei den Geflüchteten als auch in der Gemeinde Spuren hinterlassen. Viele, die 2015 ankamen, haben heute Arbeit, bilden sich weiter und sprechen fließend Deutsch. Doch wie Messrabas Geschichte zeigt, bleibt der Weg zur vollen Teilhabe holprig. Die Jubiläumsveranstaltungen erinnern daran, wie weit sie gekommen sind – und was noch zu tun bleibt.

Quelle