27 March 2026, 14:29

Warum der Rechtspopulismus trotz AfD-Rückschlägen weiter erstarkt

Gelblicher Zeitungsausschnitt mit schwarzer Tinte, überschrift lautet "Semanario Rep├║blicano Democr├ítico Federal", zeigt das Wort "Diskussion", leicht zerknittert mit Anzeichen von ├Âfterer Handhabung.

Warum der Rechtspopulismus trotz AfD-Rückschlägen weiter erstarkt

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum der Rechtspopulismus trotz Rückschlägen weiter wächst. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Menschen das Vertrauen in Demokratie, Wissenschaft und Medien verlieren. Diese Entwicklungen, so seine These, erklären den Aufstieg von Bewegungen wie der AfD in Deutschland oder Figuren wie Trump in den USA.

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El-Mafaalani konzentriert sich in seiner Forschung auf das, was er "Gemeinschaften des Misstrauens" nennt – Gruppen, die traditionellen Institutionen nicht mehr vertrauen. Stattdessen setzen sie ihr Vertrauen in Parteien, die die liberale Demokratie ablehnen. Die AfD, 2013 als Anti-Euro-Partei gegründet, entwickelte sich bis 2015 zu einer breiteren rechtspopulistischen Kraft. Sie erweiterte ihre Anhängerschaft von gebildeten Konservativen auf Arbeiterklasse-Wähler, insbesondere in Ostdeutschland, und nutzte Plattformen wie Facebook und Telegram, um polarisierende Botschaften zu verbreiten.

Laut El-Mafaalani neigen diese misstrauischen Menschen dazu, einander zu vertrauen und damit ihre Skepsis zu verstärken. Digitale Medien haben es ihnen ermöglicht, sich auf Weise zu organisieren, die zuvor undenkbar waren. Er warnt, dass selbst dann, wenn die AfD an die Macht kommt und scheitert, ihre Anhänger nicht einfach zu den demokratischen Institutionen zurückkehren werden. Populistische Strategen, so El-Mafaalani, arbeiten gezielt daran, das Vertrauen in Staat, Gerichte und Medien zu untergraben.

Peter Unfried, Chefredakteur von "FUTURZWEI", hat gefragt, was gegen diesen Trend unternommen werden kann. El-Mafaalanis Erkenntnisse deuten darauf hin, dass herkömmliche Ansätze – etwa die Inkompetenz der AfD aufzudecken – nicht ausreichen werden. Seine Analyse könnte jedoch einen klareren Weg aufzeigen, um den Herausforderungen des Rechtspopulismus zu begegnen.

El-Mafaalanis Arbeit unterstreicht, wie schwer es ist, einmal entstandenes Misstrauen wieder abzubauen. Das Wachstum der AfD spiegelt tiefgreifende Veränderungen wider, wie Menschen Demokratie und ihre Institutionen wahrnehmen. Seine Erkenntnisse zeigen, dass neue Strategien nötig sind, um die Anziehungskraft populistischer Bewegungen einzudämmen.

Quelle