Wie Bergisch Gladbach die Energiezukunft zwischen Wasserstoff und Gasnetzen diskutiert
Mathias HeringWie Bergisch Gladbach die Energiezukunft zwischen Wasserstoff und Gasnetzen diskutiert
Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen auf Einladung der CDU-Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit Bergisch Gladbach zusammen, um über die Zukunft der Energieversorgung zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Klimaschutz mit wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit in Einklang gebracht werden kann. Fachleute betonten, dass die Bewältigung der Klimaschutz- und Energiepolitik eine generationenübergreifende Aufgabe sei, die auf Transparenz und messbaren Fortschritten aufbauen müsse.
Dr. David Bothe, Direktor bei Frontier Economics und Autor einer aktuellen DIHK-Studie, präsentierte während der Veranstaltung zentrale Erkenntnisse und Lösungsansätze.
Die Diskussion drehte sich unter anderem um die Herausforderungen der kommunalen Wärmeplanung und der Energieversorgung privater Haushalte. Eine der diskutierten Optionen war die Umnutzung des bestehenden Gasnetzes in Bergisch Gladbach für synthetisches Gas. Zudem wurden Risiken wie hohe Kosten, technische Engpässe und gesellschaftliche Akzeptanzprobleme als prägende Faktoren für die künftige Energiepolitik analysiert.
Dr. Bothe plädierte für einen technologieoffenen Ansatz in der Energiepolitik. Sein Konzept zielt darauf ab, Kosten zu senken, Innovationen voranzutreiben und wirtschaftliche Stärke als Grundvoraussetzung für wirksamen Klimaschutz zu begreifen. Zudem stellte er Leitlinien für eine nachhaltige und klimaneutrale Energiestrategie vor.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland. Bis Ende 2025 soll ein Kernnetz von über 500 Kilometern Pipeline in Betrieb gehen, weitere 2.199 Kilometer sind bereits genehmigt und im Bau. Der Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas und Wasserstoff 2025 sieht bis 2037 einen Ausbau auf 7.007 Kilometer vor – mit Investitionen in Höhe von 20,1 Milliarden Euro. Bis Ende 2026 soll das Netz um weitere 140 Kilometer wachsen.
Bestehende Gasleitungen werden schrittweise für den Wasserstofftransport umgerüstet. Ein Beispiel ist die 40,5 Kilometer lange AUGUSTA-Leitung, die im Dezember 2025 fertiggestellt wurde. Beschleunigt werden die Genehmigungsverfahren für Wasserstofftransport, -speicherung und -umwandlung durch das Wasserstoffbeschleunigungsgesetz, das im Februar 2026 in Kraft trat. Das Gesetz stellt sicher, dass die Gasversorgung während des Übergangs zur Wasserstoffwirtschaft aufrechterhalten bleibt.
Die Veranstaltung unterstrich die Notwendigkeit eines gemeinsamen, offenen Umgangs mit den Herausforderungen von Klima- und Energiewende. Während der Ausbau des deutschen Wasserstoffnetzes mit großen Investitionen und regulatorischer Unterstützung voranschreitet, werden in Bergisch Gladbach weiterhin lokale Lösungen für Wärme- und Energieversorgung diskutiert.






