14 June 2026, 04:18

Wie der Ford-Streik 1973 Migrant:innen in Deutschland ermächtigte

"Der Streik hat mir als junger Mensch Stärke verliehen"

Wie der Ford-Streik 1973 Migrant:innen in Deutschland ermächtigte

Ein neues Buch mit dem Titel „Der Streik half mir, als junger Mensch Kraft zu entwickeln: Migrantische Kämpfe gegen Ausbeutung und Rassismus“ beleuchtet prägende Momente der Geschichte migrantischer Arbeitskämpfe. Es dokumentiert den Ford-Streik von 1973 in Köln – einen Wendepunkt für die Selbstermächtigung von Migrant:innen in Deutschland.

Am 30. August 1973 legten Arbeiter in Kölns Ford-Werk die Arbeit nieder, darunter vor allem Migrant:innen. Sie forderten eine Lohnerhöhung von einer D-Mark pro Stunde und mehr Würde am Arbeitsplatz. Vorarbeiter und einige deutsche Kolleg:innen schikanierten die Streikenden, während Polizei und Werksschutz mit brutaler Gewalt reagierten.

Das Buch thematisiert auch weitere große Arbeitskämpfe desselben Jahres, etwa bei Pierburg in Neuss und Hella in Lippstadt. Es untersucht die Rolle des Betriebsrats und der IG Metall während des Ford-Konflikts und stellt unterschiedliche Perspektiven auf deren Engagement dar. Die Herausgeber:innen – Nihat Öztürk, Nuria Cafaro, Bernd Hüttner und Florian Weis – ziehen zudem Verbindungen zwischen den historischen Kämpfen und heutigen Bewegungen, wie denen von Fahrradkurier:innen, die sich als Erben der Proteste von 1973 sehen.

Der Ford-Streik von 1973 markierte den Beginn migrantischer Selbstorganisation und wird seitdem in antirassistischen Debatten gewürdigt. Das Buch hält seine historische Bedeutung fest und verknüpft sie mit den anhaltenden Kämpfen gegen Ausbeutung und Rassismus in der Arbeitswelt.

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