Willich: Eltern kämpfen um Kita-Plätze nach Streichung zweier Neubauten
Slavko HartungWillich: Eltern kämpfen um Kita-Plätze nach Streichung zweier Neubauten
Eltern in Willich fordern bessere Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder, nachdem zwei geplante Kita-Neubauten gestrichen wurden. In den vergangenen fünf Jahren verzeichnete die Stadt einen deutlichen Rückgang angemeldeter Kinder – für viele Familien eine frustrierende Entwicklung. Ein offener Brief an den Bürgermeister blieb bisher unbeantwortet, was die Sorgen um die zukünftige Versorgung weiter schürt.
Die Zahl der in Willicher Kitas betreuten Kinder sank von etwa 1.800 im Jahr 2021 auf rund 1.500 im Jahr 2025 – ein Rückgang um 17 Prozent. Die Stadtverwaltung führt dies auf landesweit sinkende Geburtenraten, steigende Lebenshaltungskosten für Familien und Personalmangel in den Einrichtungen zurück. Daraufhin wurden zwei geplante Kita-Neubauten wegen Haushaltskürzungen und nachlassender Nachfrage gestoppt.
Am 6. März richteten Elternvertreter:innen gemeinsam mit dem Förderverein der Kita Alperof einen offenen Brief an Bürgermeister Pakusch. Sie forderten Gespräche über die Verlegung der Kita Alperof und die Auswirkungen auf Familien im Norden und Nordosten Willichs. Zudem luden sie den Bürgermeister zu einer öffentlichen Diskussion ein, um nachhaltige Lösungen zu erarbeiten.
Als Reaktion auf die Schließungen startete eine Elterninitiative die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege". Ihre Ziele: die Belastung für Familien verringern, eine verlässliche Kinderbetreuung sichern und mehr Zeit für Fürsorge und Familienleben bewahren. Die Kampagne betont zudem die Bedeutung eines zugänglichen frühkindlichen Bildungsangebots.
Einziges verbleibendes kommunales Neubauprojekt ist das generationenübergreifende Zentrum Reinershof, in dem später auch die Kita Alperof untergebracht werden soll. Doch die Beteiligung eines externen Investors wirft Fragen zur Finanzierung und zur Rolle der Stadt auf.
Mit zwei gestrichenen Kita-Projekten und ohne Antwort des Bürgermeisters bleiben betroffene Familien in Unsicherheit. Das Reinershof-Zentrum ist die einzige noch geplante Einrichtung – doch wie sie finanziert werden soll, ist weiterhin unklar. Die Eltern fordern weiterhin klare Antworten und mehr Unterstützung für die lokale Kinderbetreuung.






