Bergisch Gladbach kämpft mit Rekorddefizit von 44 Millionen Euro und drohender Finanzkrise
Alexander MälzerBergisch Gladbach kämpft mit Rekorddefizit von 44 Millionen Euro und drohender Finanzkrise
Bergisch Gladbach meldet besorgniserregende Finanzaussichten nach Rekorddefizit von 44 Millionen Euro
Nach Vorlage der Jahresrechnung 2024 steht Bergisch Gladbach vor einer düsteren finanziellen Zukunft: Das Defizit beläuft sich auf 44 Millionen Euro – das erste große negative Jahresergebnis der Stadt und ein Alarmzeichen für weitere Haushaltsprobleme. Nun steht die Verwaltung vor der Herausforderung, die Finanzen zu stabilisieren, ohne harte Sparmaßnahmen ergreifen zu müssen.
Zwar fiel das Ergebnis mit minus 44 Millionen Euro um 20 Millionen besser aus als zunächst befürchtet (Prognose: minus 63,3 Millionen), dennoch handelt es sich um das schlechteste Ergebnis in der Geschichte der Stadt. Die Bertelsmann Stiftung bezeichnete in ihrem Bericht zu den Kommunalfinanzen 2025 das Jahr 2024 gar als "Wendepunkt" – schließlich klagten deutsche Kommunen bundesweit über ein Gesamtdefizit von 24,8 Milliarden Euro.
Doch die Lage bleibt angespannt: Der Stadtkämmerer rechnet auch in den kommenden Jahren mit weiteren Fehlbeträgen. Allein die steigenden Personal- und Sachkosten werden voraussichtlich 2025 eine Lücke von 2 Millionen Euro und 2026 von 3,7 Millionen Euro reißen. Für 2025 wird ein Jahresdefizit von 54 Millionen Euro erwartet – eine leichte Verbesserung gegenüber der Planung (minus 60,4 Millionen), aber weiterhin tiefrot.
Um die Krise zu bewältigen, will Bergisch Gladbach ab 2026 Haushaltsanpassungen vornehmen, um langfristige Stabilität zu erreichen – und zwar ohne einen zwingenden Sanierungsplan. Gleichzeitig fordert der Städte- und Gemeindebund NRW das Land auf, mindestens 78 Prozent der Bundesmittel an die Kommunen weiterzugeben. Ohne zusätzliche Unterstützung sei die Lage nicht zu meistern, so der Verband.
Im Dezember wird die Verwaltung den Entwurf für den Haushalt 2026 dem Rat vorlegen. Noch hofft man, strengere Finanzkontrollen vermeiden zu können. Doch die Stadt steht vor Jahren der finanziellen Belastung – mit Aussicht auf weitere Defizite. Die für 2026 geplanten Anpassungen sollen zwar die Schieflage begrenzen, doch ihr Erfolg hängt sowohl von lokalen Maßnahmen als auch von möglicher Landeshilfe ab. Ohne Gegensteuer drohen die Haushaltsprobleme Bergisch Gladbachs anzuhalten.






