Fotoausstellung zeigt Geflüchtete, die in Deutschland neu ankommen und Fuß fassen
Mathias HeringFotoausstellung zeigt Geflüchtete, die in Deutschland neu ankommen und Fuß fassen
Neue Ausstellung in Schildgen erzählt die Geschichten von Geflüchteten, die sich in Deutschland ein neues Leben aufgebaut haben
Die Fotoausstellung "Angekommen" des Fotografen Philipp J. Bösel zeigt im "Himmel un Ääd" bis zum 6. Dezember Porträts von Menschen, die als Geflüchtete in Deutschland Fuß gefasst haben. Unter ihnen ist Habte Abrahle, ein 35-jähriger Eritreer, der vor seiner Heimat floh und heute fest auf einem örtlichen Golfplatz arbeitet.
Im Rahmen der Veranstaltung "Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen" werden Abrahle und ein weiterer Geflüchteter am 28. November über ihre Wege und die Herausforderungen in ihrer neuen Heimat berichten.
Habte Abrahle verließ Eritrea 2015, um der zwangsweisen Militärdienstpflicht und den unmenschlichen Lebensbedingungen zu entkommen. Seine Flucht begann mit einer lebensgefährlichen Durchquerung der Sahara in einem überfüllten Lastwagen, wo extreme Hitze, Nahrungs- und Wassermangel vielen das Leben kosteten. Nach monatelanger Odyssée erreichte er Deutschland, lebte zunächst acht Monate in einem Zelt und weitere vier in einem Frachtcontainer.
Anfangs erlebte Abrahle Rassismus, ließ sich davon aber nicht entmutigen. Mit der Zeit ließ die Diskriminierung nach. Über die lokale Initiative "Willkommen in Schildgen" besuchte er einen Deutschkurs, unterstützt von Ehrenamtlichen. Obwohl er das B1-Sprachzertifikat erwarb, zwangen ihn finanzielle Sorgen, die Weiterbildung zugunsten von Arbeit zurückzustellen. Sein Ziel, Familie in Eritrea und Äthiopien zu unterstützen, gab ihm Halt.
Abrahle arbeitete zunächst als Bäcker, später als Greenkeeper. Seine Beharrlichkeit zahlte sich aus: Er erhielt einen Festvertrag auf einem Golfplatz. 2021 folgte ihm seine Frau nach Deutschland, heute hat das Paar drei Kinder.
Die Ausstellung "Angekommen" dokumentiert seinen Werdegang sowie andere Schicksale und zeigt die Widerstandsfähigkeit von Geflüchteten. Bösel porträtiert in seinen Bildern ihre Kämpfe und Erfolge, während die Veranstaltung am 28. November Abrahle und einem weiteren Geflüchteten eine Bühne bietet, um ihre Erlebnisse persönlich zu teilen.
Ausstellung und Event sollen das Bewusstsein für die Herausforderungen schärfen, vor denen Geflüchtete stehen, und ihren Beitrag zu den neuen Gemeinschaften würdigen. Abrahles Weg – von der Flucht aus Eritrea bis zum Aufbau eines stabilen Lebens in Schildgen – steht für Leid und Durchhaltevermögen zugleich. Seine und andere Geschichten sind bis zum 6. Dezember im "Himmel un Ääd" zu sehen.






