Gerresheimer-Aktie bricht auf historisches Zehnjahrestief ein – was steckt dahinter?
Etta SchollGerresheimer-Aktie bricht auf historisches Zehnjahrestief ein – was steckt dahinter?
Gerresheimers Aktie stürzt auf Zehnjahrestief
Am Donnerstag brach der Kurs des Pharmaverpackungsherstellers Gerresheimer um mehr als 13 Prozent ein und fiel auf 32,36 Euro – der niedrigste Stand seit über einem Jahrzehnt. Der Absturz folgt auf die dritte Gewinnwarnung in diesem Jahr und einen massiven Vertrauensverlust bei den Anlegern.
Die Probleme des Unternehmens begannen bereits Anfang 2024, als es zweimal seine Jahresziele nach unten korrigieren musste. Die Nachfrage war überschätzt worden, was zu Enttäuschungen bei den Aktionären führte. Seit Januar hat die Aktie fast die Hälfte ihres Wertes eingebüßt, im Jahresvergleich beträgt der Verlust sogar 50 Prozent.
Vorläufige Zahlen für die ersten neun Monate zeigen zwar einen Umsatzanstieg auf 1,68 Milliarden Euro. Doch dieses Wachstum ist vor allem auf die Übernahme von Bormioli Pharma zurückzuführen – ohne diesen Zuschuss schrumpfte das Kerngeschäft sogar. Statt des erhofften Aufschwungs meldete Gerresheimer einen organischen Rückgang, der deutlich schlechter ausfiel als prognostiziert.
Die Lage verschärft sich durch gescheiterte Übernahmepläne und ein laufendes Verfahren der deutschen Finanzaufsicht BaFin. Ein Umstrukturierungsprogramm, das das Unternehmen stabilisieren soll, steckt noch in den Kinderschuhen und gibt den Investoren kaum Grund zur Hoffnung. Mit einem Kursniveau wie zuletzt 2012 steht Gerresheimer vor einer schweren Bewährungsprobe. Die wiederholten Gewinnwarnungen, die regulatorischen Untersuchungen und das Fehlen klarer Erholungssignale haben den Markt verunsichert. Die nahen Aussichten des Unternehmens bleiben ungewiss.






