14 March 2026, 06:49

Günther Jauch kauft Loriots Refugium am Starnberger See – ein Stück Kulturerbe

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto eines Berliner Restaurants mit Tischen, Stühlen, Blumenvasen, einer Statue, Skulpturen und Pflanzen an den Wänden, mit Text unten.

Günther Jauch kauft Loriots Refugium am Starnberger See – ein Stück Kulturerbe

Günther Jauch hat das ehemalige Wohnhaus von Vicco von Bülow am Starnberger See erworben. Der verstorbene Komiker, besser bekannt als Loriot, lebte dort jahrzehntelang, auch wenn viele seiner berühmten Werke an anderen Orten gedreht wurden. Jauch, ein langjähriger Verehrer von Loriots Humor, dürfte die Immobilie erworben haben, um eine Verbindung zu dem legendären Satiriker zu bewahren.

Vicco von Bülow, mit vollem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, entstammte einer alten mecklenburgischen Adelsfamilie. Ihr Wappen zeigte einen goldenen Pirol, der ihm zu seinem Künstlernamen Loriot inspirierte. Bevor er im Film und Fernsehen berühmt wurde, veröffentlichte er in den 1950er-Jahren humorvolle Bücher wie Der unentbehrliche Ratgeber für die feine Gesellschaft und Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestrick.

Seine beiden bekanntesten Filme, Pappa ante Portas (1991) und Ödipussi (1988), spielten mit Evelyn Hamann, seiner langjährigen Partnerin seit 1976. Während das Haus am Starnberger See sein privater Rückzugsort war, entstanden wichtige Szenen dieser Produktionen an verschiedenen Orten in Bayern. Für Pappa ante Portas diente etwa München, Pullach und das Axel-Springer-Hochhaus in Berlin als Kulisse für die Entlassungsszene von Heinrich Lohse. Der Speisesaal der Familie Lohse, ein prägendes Filmset, ist sofort wiedererkennbar – wobei Dieter Lohse auf einigen Werbefotos auffällig fehlte. Die Geburtstagsfeier von Renate Lohses Mutter wurde hingegen am Ahlbecker Pier auf der Insel Usedom gedreht.

Auch Loriots Sketche aus Loriots Große Sketchshow (1970er–1980er) entstanden größtenteils nicht am Starnberger See, sondern in Münchner Studios oder in Berlin. Ödipussi zeigte Szenen aus München und dem bayerischen Umland, darunter Herrsching.

Jauchs Kauf passt zu seinem Engagement für den Erhalt kultureller Stätten. Bereits zuvor hatte er die Restaurierung des Marmorpalais am Heiligen See in Potsdam unterstützt. Seine Bewunderung für Loriots Scharfsinn ist seit Jahren bekannt.

Das Anwesen am Starnberger See gehört nun Günther Jauch – doch Loriots ikonischste Werke entstanden fernab seiner Ufer. Das Haus bleibt ein Symbol für das Erbe des Komikers, während seine Filme und Sketche das deutsche Publikum weiterhin begeistern. Durch Jauchs Initiative bleibt das Anwesen mit seinen kulturellen Wurzeln verbunden.

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