Illegale Müllmafia: Drei Jahre Haft für Abfallhändler aus Unna
Ein 63-jähriger Abfallhändler aus Unna muss sich wegen des Betriebs einer illegalen Müllentsorgungsfirma vor Gericht verantworten. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen ermitteln seit über einem Jahr in dem Fall und deckten dabei großflächige illegale Ablagerungen gefährlicher Stoffe auf. Nach langer Untersuchungshaft wurde der Beschuldigte kürzlich zu drei Jahren Haft verurteilt.
Die Ermittlungen begannen, nachdem der Verdacht einer kriminellen Vereinigung aufkam, die mit belasteten Böden und Sondermüll handelte. Der Mann, der bereits wegen früherer Straftaten bekannt war, soll zwischen 2010 und 2013 für die illegale Entsorgung von 25.000 Tonnen Ölpellets in einer Tongrube in Schermbeck verantwortlich gewesen sein.
Im Januar 2024 fanden die Behörden Beweise dafür, dass der Beschuldigte und seine Komplizen gefährliche Abfälle vermischt und umetikettiert hatten, um sie illegal zu entsorgen. Auf einem Gelände in Selfkant, nahe der niederländischen Grenze, lagerten rund 23.000 Tonnen belastete Erde. Weitere Standorte, darunter der Tagebau Garzweiler, stehen ebenfalls unter Verdacht.
Bei einer Durchsuchung des Autos des Beschuldigten wurden 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und andere Wertgegenstände sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft Dortmund konzentriert sich auf das Speditions- und Entsorgungsunternehmen des Mannes sowie auf Aktivitäten in Bottrop, Selfkant und Kamp-Lintfort. Über 40 Personen stehen unter Verdacht, doch weitere Firmen wurden bisher nicht genannt.
Der Beschuldigte sitzt seit Oktober 2023 in Untersuchungshaft. Sein Prozess endete im Juni 2024 – zwei Drittel der dreijährigen Haftstrafe hat er bereits während der Untersuchungshaft verbüßt.
Der Fall zeigt das Ausmaß illegaler Müllentsorgungsnetzwerke in der Region. Dem Angeklagten droht nun eine Haftstrafe wegen bandenmäßiger Betrugsdelikte, unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen und des Betriebs illegaler Entsorgungsanlagen. Die Ermittlungen gegen das größere Netzwerk laufen noch.