Mirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin im deutschen Fernsehen Barrieren
Alexander MälzerMirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin im deutschen Fernsehen Barrieren
Mirjam Kottmann hat Geschichte geschrieben: Sie ist die erste Nachrichtensprecherin im deutschen Fernsehen, die im Rollstuhl sitzt. Seit Februar 2023 präsentiert sie die Nachrichten bei BR24, dem Nachrichtenangebot des Bayerischen Rundfunks, und setzt damit neue Maßstäbe für Medienrepräsentation. Ihr Weg vor die Kamera begann zwar bereits vor Jahrzehnten, doch ihre aktuelle Rolle markiert einen bedeutenden Wandel im deutschen Fernsehen.
Kottmann stieg 1997 beim Bayerischen Rundfunk ein und arbeitete an der Rundschau, dem Vorgängerformat von BR24. Über die Jahre hinweg machte sie sich durch ihre Professionalität und ihre warmherzige Präsenz vor der Kamera einen Namen. Doch ihr Leben nahm eine unerwartete Wendung, als bei ihr Multiple Sklerose diagnostiziert wurde. Seit zwölf Jahren ist sie auf den Rollstuhl angewiesen.
Als BR24 eine offene Stelle als Nachrichtensprecherin ausschrieb, bewarb sie sich – trotz anfänglicher Bedenken, ob sie im Rollstuhl vor der Kamera akzeptiert würde. Ihre Zweifel verflogen nach einer erfolgreichen Probezeit im Herbst 2023. Kollegen wie Zuschauer lobten ihre angenehme Stimme, ihre ruhige und souveräne Art sowie ihren mitreißenden Stil.
Mittlerweile moderiert Kottmann regelmäßig die Nachrichten um 16:00 Uhr und 18:30 Uhr bei BR24. Doch sie übernimmt nicht nur ihre Aufgaben als Sprecherin, sondern setzt sich auch für mehr Vielfalt in den Medien ein. Mit ihrer Sichtbarkeit fordert sie gesellschaftliche Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung heraus. Ihre Präsenz im Fernsehen ist ein seltenes und inspirierendes Beispiel für Inklusion im deutschen Medienraum.
Kottmanns Engagement bei BR24 verändert die Erwartungen an Moderator:innen im Fernsehen. Als erste Nachrichtensprecherin im Rollstuhl in der Geschichte des deutschen Fernsehens bringt sie nicht nur Erfahrung, sondern auch eine frische Perspektive in die Nachrichtenwelt ein. Ihre Arbeit unterstreicht die Bedeutung von Inklusion in den Medien und setzt ein Zeichen für kommende Generationen von Journalist:innen.






