19 March 2026, 12:26

Moers stärkt Erinnerungskultur mit neuer Broschüre zu jüdischem Leben

Alte Postkarte der jüdischen Synagoge in Cardiff, Ontario, Kanada, zeigend ein Gebäude mit Fenstern, Türen und Bögen, umgeben von Pflanzen, einem Zaun, Bäumen, einem Pfahl und einem bewölkten Himmel, mit Text oben.

Moers stärkt Erinnerungskultur mit neuer Broschüre zu jüdischem Leben

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Moers erhält neue Unterstützung von Bürgermeisterin Julia Zupancic, die bei einer jüngsten Veranstaltung offiziell die Schirmherrschaft übernahm. Bei dem Treffen wurde zudem die neue Broschüre "Spuren jüdischen Lebens" vorgestellt, die die jüdische Geschichte der Stadt dokumentiert. Seit Jahrzehnten setzt sich der Verein für die Bewahrung des Gedenkens und den Dialog zwischen den Religionen ein.

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Die Wurzeln der Gesellschaft reichen bis in die 1980er-Jahre zurück, als Heinz Kremers 1986 für sein Engagement im christlich-jüdischen Verständnis mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet wurde. Seine Tochter, Annedore Kremers, wirkt heute im Vorstand mit und führt das familiäre Engagement fort. Eine weitere prägende Persönlichkeit ist Nikolaus Schneider, ehemaliger Superintendent des Kirchenkreises Moers und früherer Präsident der Evangelischen Kirche im Rheinland, der 2012 ebenfalls mit der renommierten Medaille geehrt wurde.

Ein zentrales Anliegen des Vereins bleibt die Einbindung jüngerer Generationen. Lehrer Daniel Schirra vom Adolfinum-Gymnasium und sein ehemaliger Schüler Julian Müller, beide Vorstandsmitglieder, organisieren Stadtführungen und Schulprojekte. Auch Heidi Nüchter-Blömeke führt Schülerinnen und Schüler durch Moers und zeigt ihnen Orte jüdischer Geschichte, Synagogen und Stolpersteine. Gemeinsam mit lokalen Einrichtungen wie der vhs Moers und dem Moers-Ramla-Partnerschaftsverein veranstaltet der Verein Demokratie-Workshops und Gedenkveranstaltungen.

Bei dem Treffen betonte Bürgermeisterin Zupancic ihr Bekenntnis zur Aufrechterhaltung der Erinnerungskultur in der Stadt und zum Kampf gegen Antisemitismus. Die neue Broschüre "Spuren jüdischen Lebens" wurde als Teil dieser Bemühungen präsentiert. Für drei Euro in öffentlichen Einrichtungen erhältlich, kartografiert sie die wenigen verbliebenen Zeugnisse der jüdischen Vergangenheit Moers'. Das bundesweite Netzwerk des Vereins hat der Stadt bereits Anerkennung eingebracht, darunter die angesehene Buber-Rosenzweig-Medaille.

Mit der nun übernommenen Schirmherrschaft Zupancics will die Gesellschaft ihre Bildungsarbeit und Öffentlichkeitsarbeit ausbauen. Die Broschüre und die laufenden Schulkooperationen bieten konkrete Ansätze, um die Geschichte jüdischen Lebens in Moers sichtbar zu halten. Die langjährigen Verbindungen zu überregionalen Organisationen sichern dem Verein weiterhin Unterstützung für sein Engagement gegen Antisemitismus und für den interreligiösen Dialog.

Quelle