NRW setzt auf weiße Kurvenmarkierungen für mehr Motorradsicherheit auf riskanten Strecken
Slavko HartungNRW setzt auf weiße Kurvenmarkierungen für mehr Motorradsicherheit auf riskanten Strecken
Nordrhein-Westfalen erweitert Pilotprojekt für mehr Motorradsicherheit auf riskanten Kurven
Nordrhein-Westfalen baut ein Verkehrssicherheitsprojekt aus, das Motorradfahrer auf gefährlichen Kurven schützen soll. Dabei kommen weiße elliptische Markierungen zum Einsatz, die Fahrer durch Kurven leiten und so zu sichereren Geschwindigkeiten anregen. Verkehrsminister Oliver Krischer hat nun bestätigt, dass zwei neue Strecken im Kreis Euskirchen mit den Markierungen ausgestattet werden.
Die Entscheidung folgt auf einen erfolgreichen Pilotversuch am Panoramaweg im Harz, der 2023 abgeschlossen wurde. Seitdem die Markierungen dort angebracht wurden, gab es auf dem Testabschnitt keine schweren Unfälle mehr. Das Konzept orientiert sich an österreichischen Erfahrungen: An acht besonders gefährlichen Stellen reduzierten ähnliche Markierungen die Unfallzahlen mit Verletzten um 42 Prozent. Berücksichtigt man das Jahr der Installation, lag die Verringerung sogar bei 56 Prozent.
Die wissenschaftliche Begleitung des neuen Projekts übernimmt die RWTH Aachen. Forscher setzen dabei auf Wärmebildkameras und KI, um zu analysieren, wie wirksam die Markierungen das Fahrverhalten beeinflussen. Trotz der positiven Ergebnisse hat seit dem Harz-Pilot kein anderes Bundesland das System übernommen. Laut ADAC, dem Bundesverkehrsministerium (BMVI) und regionalen Verkehrsbehörden sind Stand März 2026 keine weiteren Bundes- oder Landesstraßen für die Markierungen vorgesehen.
Die elliptischen Formen wirken, indem sie Motorradfahrer optisch durch Kurven führen. Sie veranlassen die Fahrer zu geringeren Kurvengeschwindigkeiten und helfen ihnen, die richtige Linie zu halten – das verringert das Risiko von Schleudern oder dem Überfahren der Gegenfahrbahn.
Mit der Erweiterung in Nordrhein-Westfalen werden die Markierungen nun auf zwei zusätzlichen Strecken getestet. Falls die Ergebnisse an die österreichischen Daten anknüpfen, könnte das Projekt eine bundesweite Einführung anstoßen. Bisher haben jedoch keine anderen Regionen Pläne bekannt gegeben, das System einzuführen.






