Politisch motivierte Kriminalität in OWL steigt 2024 um über 30 % – Hasspostings dominieren
Etta SchollPolitisch motivierte Kriminalität in OWL steigt 2024 um über 30 % – Hasspostings dominieren
Polizeipräsidentin Dr. Sandra Müller-Steinhauer hat den Jahresbericht 2024 zu politisch motivierter Kriminalität (PMK) für das Polizeipräsidium Bielefeld vorgestellt. Der Bericht verzeichnet einen Anstieg der Straftaten, wobei soziale Medien eine zunehmend größere Rolle bei der Verbreitung extremistischer Ideologien spielen.
Im Jahr 2024 stiegen die PMK-Delikte in der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL) im Vergleich zum Vorjahr um 32,2 % auf 1.163 Fälle an. Dieser Anstieg stand unter anderem im Zusammenhang mit den Wahlen zum Europäischen Parlament sowie Vorfällen in sozialen Medien. Gewalttaten gingen hingegen deutlich um 62 % auf nur noch 22 Fälle zurück.
Straftaten mit Bezug zu sozialen Medien verzeichneten einen starken Anstieg um 72,9 % auf 166 Fälle. Davon wurden 99 als Hasspostings eingestuft, wobei mehr als die Hälfte dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet wurde. Der Bericht weist zudem darauf hin, dass sich extremistische Ideologien zunehmend über Chatgruppen und Gaming-Plattformen verbreiten.
Von den Gesamtstraftaten waren 56 antisemitisch motiviert, die meisten davon wurden dem rechtsextremen Bereich oder ausländischer Ideologie zugeordnet. Die Aufklärungsquote bei PMK-Delikten blieb mit 36,54 % stabil und entspricht damit dem Stand seit 2019.
Der vollständige PMK-Jahresbericht 2024 ist nun auf der Website der Bielefelder Polizei abrufbar. Er bietet eine detaillierte Analyse der Entwicklungen, darunter den Anstieg von Hassrede im Netz und den Rückgang gewalttätiger Vorfälle. Die Daten unterstreichen den Wandel im Bereich der politisch motivierten Kriminalität in der Region.
