Studie zeigt: So lassen sich Milliarden beim Stromnetzausbau sparen
Alexander MälzerStudie zeigt: So lassen sich Milliarden beim Stromnetzausbau sparen
Eine neue Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) an der Universität zu Köln zeigt Wege auf, wie die Kosten für den Netzausbau gesenkt werden können. Die Forschung konzentriert sich darauf, den Anschluss erneuerbarer Energien zu optimieren, um die Effizienz zu steigern und Ausgaben zu reduzieren. Dies kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Bedarf an neuen Stromleitungen in ganz Europa rasant wächst.
Laut Berechnungen des EWI werden die Kosten für den Ausbau der Verteilnetze zwischen 61 und 180 Euro pro Kilowatt für Projekte mit erneuerbaren Energien liegen. Bis 2045 werden durchschnittlich Investitionen in Höhe von rund 350 Milliarden Euro erforderlich sein, um diese Nachfrage zu decken.
Ein vorgeschlagener Lösungsansatz ist die gemeinsame Nutzung von Netzanschlusspunkten für Solar- und Windkraftanlagen. Dadurch ließe sich die durchschnittliche Netzauslastung verbessern, da Spitzenzeiten bei der Solar- und Windstromerzeugung nur selten gleichzeitig auftreten. Im Vergleich zu herkömmlichen Ausbauverfahren könnten so jährlich 1,8 Milliarden Euro eingespart werden.
Die Studie empfiehlt zudem, Batteriespeicher hinter den Netzanschlusspunkten zu installieren, um Energieverluste zu verringern. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass die aktuellen Anreize zur Optimierung von Netzanschlüssen unzureichend sind. Ohne bessere politische Rahmenbedingungen könnten diese Lücken zu finanziellen Verlusten für Betreiber und Verbraucher führen.
Unterdessen hat das Schweizer Bundesamt für Energie ein neues Dashboard eingeführt, um die Transparenz zu erhöhen. Es bietet regionale Prognosen zur Solarstromerzeugung und unterstützt Netzbetreiber so bei einer effizienteren Planung.
Gemeinsam genutzte Anschlüsse und bessere Speichermöglichkeiten könnten die Kosten senken und die Effizienz steigern. Die Netzbetreiber stehen nun vor der Herausforderung, diese Änderungen umzusetzen – und das bei einer stark steigenden Nachfrage. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit verbesserter politischer Maßnahmen, um unnötige Ausgaben zu vermeiden.
