03 April 2026, 06:23

Watzke will BVB-Präsident werden – trotz Kritik und alter Konflikte

Schwarzes und weißes Foto von Männern, die auf einem Feld Fußball spielen, mit Zuschauern im Hintergrund und einer "Bundesliga 1978-79 Ajax 1-1 Hannover 96"-Tafel.

Watzke vor der Wahl: "Dinge, die mich belastet haben" - Watzke will BVB-Präsident werden – trotz Kritik und alter Konflikte

Hans-Joachim Watzke kandidiert für das Amt des BVB-Präsidenten – nach zwei Jahrzehnten als Vorstandschef des Vereins

Nach 20 Jahren als Geschäftsführer von Borussia Dortmund bewirbt sich Hans-Joachim Watzke nun um das Präsidentenamt. Seine Kandidatur folgt auf monatelange interne Konflikte und öffentliche Kritik an früheren Entscheidungen. Zu den zentralen Streitpunkten zählen sein Umgang mit Missbrauchsvorwürfen sowie ein umstrittenes Sponsoringabkommen mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall.

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Die anstehende Wahl findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Watzke mit Vorwürfen von Fans und Vereinsmitgliedern konfrontiert ist. Seine Führung wurde durch persönliche Herausforderungen und einen gescheiterten Anlauf auf die Präsidentschaft Anfang dieses Jahres auf die Probe gestellt.

Watzkes Weg ins Präsidentenamt ebnete sich, nachdem sein ursprünglicher Konkurrent Reinhold Lunow im August seine Kandidatur zurückzog. Seither haben beide Gespräche geführt und arbeiten an einer Versöhnung. Lunows Rückzug folgte auf eine Phase der Spannungen, in der Watzke persönliche Belastungen im Zusammenhang mit dem Machtkampf einräumte.

Eines der brisantesten Themen bleibt die Rheinmetall-Partnerschaft, die 2023 vereinbart wurde. Die Mitglieder stimmten auf der Generalversammlung 2024 gegen eine Verlängerung des Deals – ein deutliches Zeichen für die breite Ablehnung. Watzke verteidigte die Kooperation und betonte, es habe sich nicht um eine Alleinentscheidung gehandelt. Nun plant er, die Frage auf der Versammlung 2026 erneut auf die Tagesordnung zu setzen, um eine mehrheitsfähige Lösung zu erwirken.

Ein weiterer langjähriger Konflikt betrifft Watzkes Umgang mit Missbrauchsvorwürfen gegen einen BVB-Mitarbeiter in den 1990er-Jahren. Er leitete den Fall damals an den damaligen Präsidenten Reinhard Rauball weiter und betrachtete die Angelegenheit als erledigt, nachdem der Beschuldigte in den Ältestenrat gewählt und 2012 vom Verein eingestellt wurde. Watzke wies anhaltende Kritik zurück und erklärte, er habe seinerzeit angemessen gehandelt.

Die Reaktion der Fans auf das Rheinmetall-Sponsoring fällt weiterhin überwiegend negativ aus. Viele langjährige Unterstützer zeigen sich schockiert über die Verbindung des Vereins zu einem Rüstungskonzern, der in den Ukraine-Krieg verwickelt ist. Trotz der Proteste hat sich in der öffentlichen Meinung seit Beginn der Partnerschaft jedoch kein klarer Stimmungsumschwung abgezeichnet.

Watzkes Erfolg bei der Präsidentschaftswahl wird davon abhängen, wie er diese ungelösten Konflikte angeht. Sowohl das Rheinmetall-Abkommen als auch sein Umgang mit den Vorwürfen aus der Vergangenheit sorgen weiterhin für Kritik bei Mitgliedern und Fans. Seine nächsten Schritte werden entscheiden, ob es ihm gelingt, in den kommenden Jahren die nötige Unterstützung für seine Führung zu sichern.

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