14 March 2026, 18:27

Wie ein Münchner Kultort als Kunstwerk weiterlebt und Erinnerungen bewahrt

Ein alter Stadtplan von München, Deutschland, auf schwarzem Hintergrund, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit beschrifteten Text zeigt.

Wie ein Münchner Kultort als Kunstwerk weiterlebt und Erinnerungen bewahrt

Ein Stück Münchner Nachtlebensgeschichte hat als Kunstwerk eine neue Heimat gefunden. Bevor das legendäre Schwabinger 7 abgerissen wurde, verewigte der Künstler Rupert Dorrer die Kultbar in einem vielschichtigen Gemälde. Das Werk, das nun dem Bioladen Denn's Biomarkt gehört, wird bald in Bruckmühl öffentlich ausgestellt.

Das Schwabinger 7 war einst Münchens berühmteste Bar – jahrzehntelang ein Kultort. Als das Gebäude in der Feilitzschstraße 7 dem Abriss zum Opfer fiel, verwandelte Dorrer eine der Wände in ein Mixed-Media-Kunstwerk. Mit den Maßen 140 cm Breite und 72 cm Höhe zeigt das Bild eine detailgetreue Reproduktion einer Fotografie der Barfassade.

Das unter dem Titel Schwabinger 7 entstandene Werk wurde später versteigert und von Denn's Biomarkt erworben, das heute an der ursprünglichen Stelle seinen Betrieb hat. Dorrer beschreibt das Gemälde als Reflexion über Vergänglichkeit – ein Moment, der den Geist der Bar vor ihrem Verschwinden einfängt. Zwar ist das Gebäude nicht mehr vorhanden, doch die Straße bleibt ein lebendiger Ort, an dem sich nun neue Betriebe wie die Berliner Burgerkette Burgermeister ansiedeln.

Am kommenden Montag wird das Gemälde in einer Galerie in Bruckmühl enthüllt; der Bürgermeister der Stadt wird bei der Veranstaltung anwesend sein. Dorrer und Gerd "Manila" Waldhauser, der ehemalige Wirt der Bar, treffen sich noch immer regelmäßig im Grünen Eck in Schwabing – und halten so die Erinnerung an den alten Treffpunkt wach.

Das Kunstwerk dient heute als greifbare Verbindung zu Münchens Vergangenheit. Als Leihgabe in Bruckmühl wird es der Öffentlichkeit zugänglich sein und das Andenken an das Schwabinger 7 bewahren. Unterdessen entwickelt sich der Standort, an dem einst die Bar stand, mit neuen Mietern und Geschäften weiter.

Quelle