14 March 2026, 18:27

Willich passt Kita-Angebot an sinkende Geburtenraten radikal an

Ein großer abgerissenes Gebäude inmitten einer Stadt, umgeben von anderen Gebäuden, Straßenmästen, Straßenlaternen, Namensschildern, Kraftfahrzeugen auf der Straße, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Willich passt Kita-Angebot an sinkende Geburtenraten radikal an

Willich stellt sich auf große Umbrüche in der Kinderbetreuung ein

Angesichts sinkender Geburtenraten und veränderter Nachfrage bereitet sich Willich auf tiefgreifende Änderungen in seinem Betreuungssystem vor. Bis 2029 rechnet die Stadt mit einem Überschuss von 440 Betreuungsplätzen – die Folge: Schließungen, Verlegungen und Anpassungen. Während Eltern in den nördlichen Stadtteilen wie Anrath, Neersen und Schiefbahn jahrelang mit Engpässen zu kämpfen hatten, steht nun die Anpassung an weniger Kinder und knapper werdende Haushaltsmittel im Mittelpunkt.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Bevölkerungsstruktur in Nord-Willich deutlich gewandelt: Die Bevölkerung altert, junge Familien werden weniger, und die Geburtenzahlen sind stark zurückgegangen. Die Geburtenrate sank von 1,6 auf 1,2 Kinder pro Frau, da viele später oder gar keine Kinder bekommen. Hohe Wohnkosten und begrenzte Betreuungsangebote trieben einige Familien aus der Region fort.

Die Pläne für einen Neubau der Kita Alperhof wurden nun verworfen. Stattdessen zieht die Einrichtung bis 2027 in das generationenübergreifende Projekt Reinershof um. Die Fahrt vom alten Standort dauert dann neun Minuten mit dem Auto oder 16 Minuten mit dem Bus.

Auch die Kita Villa Kunterbunt wird verlegt und zieht 2027/2028 in das modernisierte Gebäude der St. Irmgardis um. Dieser Schritt folgt auf die Schließung der bisherigen St. Irmgardis-Kita am Ende des Kitajahres 2026/2027; die Stadt hat die Räumlichkeiten angemietet. Am neuen Standort gibt es erweiterte Angebote, darunter Ganztagsbetreuung und Mittagsverpflegung.

Weitere Änderungen umfassen die Einstellung des DRK-Übergangsprojekts Schatzkiste bis zum 31. Juli 2026. Das von der AWO betriebene Blaue Haus in Schiefbahn erhält seine freiwillige Förderung noch bis zum 31. Juli 2027, doch über seine Zukunft wird weiter beraten. Stadt und Kirchenverband wollen im Dialog bleiben, um auf die sich wandelnden Bedürfnisse zu reagieren.

Zwei geplante städtische Neubauten für Kitas wurden gestrichen – begründet mit rückläufiger Nachfrage und Haushaltszwängen. Stattdessen sollen bestehende Einrichtungen umgenutzt oder zusammengefasst werden, um sie an die schrumpfende Kinderzahl anzupassen.

Die Umstrukturierung der Willicher Kita-Landschaft spiegelt übergeordnete demografische Trends wider: immer weniger junge Familien und sinkende Geburtenzahlen. Mit den Verlegungen und Schließungen soll das Angebot an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden, ohne die Kosten ausufern zu lassen. Stadtverantwortliche und kirchliche Träger beobachten die Entwicklung genau und sind bereit, die Pläne bei Bedarf nachzujustieren.

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