Wohnungsbau in Willich: Proteste gegen Moltkedorf-Projekt mit 200 neuen Wohneinheiten
Mathias HeringWohnungsbau in Willich: Proteste gegen Moltkedorf-Projekt mit 200 neuen Wohneinheiten
Willich treibt ein großes Wohnbauprojekt voran, um die drängende Wohnungsnot in der Stadt zu lindern. Geplant sind 200 neue Wohneinheiten auf einem 2,9 Hektar großen Gelände namens Moltkedorf. Doch Anwohner haben massiven Widerstand organisiert und bereits über 150 Unterschriften gegen die aktuelle Planung gesammelt.
Das Vorhaben sieht Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften sowie Mehrfamilienhäuser vor, die um Innenhöfe und Grünflächen gruppiert werden sollen. Kritiker monieren jedoch, dass der Entwurf zentrale Probleme ignoriert: die zunehmende Verkehrsbelastung, ökologische Schäden und den Verlust wertvoller Freiflächen.
Das Moltkedorf-Projekt erstreckt sich über ein 2,9 Hektar großes Areal mit Zugang über die Moltkestraße. Eine einspurige Ringsstraße soll alle Wohnungen erschließen, ergänzt durch Stellplätze, Garagen und eine Tiefgarage. Zudem sind Rad- und Fußwege vorgesehen, die die Krusestraße mit der Straße An Liffersmühle verbinden.
Die städtische Planung setzt auf eine Mischung aus Wohnformen – von Einfamilienhäusern bis zu viergeschossigen Wohnblocks. Doch Anwohner kritisieren scharf die Dimensionen des Projekts: Hohe Gebäude würden über ihre Kleingärten hinausragen, warnen sie. Viele fürchten um ihre Privatsphäre, da Wohnungen direkt auf ihre privaten Rückzugsräume blicken würden.
Die ökologischen Bedenken sind tiefgreifend. Die Anwohner bestehen darauf, dass der Grünstreifen entlang der Moltkestraße 31–35 unangetastet bleibt, da er Lebensraum für Tiere bietet und als natürliche Sichtbarriere dient. Sie hinterfragen, wie der Abbau von Grünflächen Kosten sparen soll, wo diese doch essenziell sind für bessere Luftqualität, die Aufnahme von Regenwasser und den Erhalt der Artenvielfalt.
Verkehrsprobleme verschärfen die Spannungen weiter. Die Anwohner rechnen mit mehr Staus, Parkplatzmangel und Verzögerungen für Rettungsfahrzeuge. In einer gemeinsamen Erklärung fordern sie eine neue Verkehrsstudie, transparente Bürgerbeteiligung und stärkeren Schutz für Grünflächen. Zudem plant die Stadt, die Flüchtlingsunterkunft im Moltkedorf bis Jahresende zu schließen – ein weiterer Streitpunkt in der Debatte.
Bisher haben 156 Anwohner des Moltkedorfs offizielle Einsprüche gegen das Projekt eingereicht. Ihre Stellungnahme verlangt einen kompletten Baustopp der aktuellen Planung, bis ihre Bedenken zu Verkehr, Ökologie und Bürgerbeteiligung geklärt sind. Nun muss die Stadt entscheiden: Entweder sie überarbeitet die Pläne – oder setzt das Vorhaben trotz wachsender Opposition durch.






