Düsseldorf plant Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild – doch Anwohner protestieren
Düsseldorf plant Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild – doch Anwohner protestieren
Düsseldorf stellt Pläne für neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk vor
An diesem Donnerstagabend wird Düsseldorf die Pläne für ein neues Drogenberatungs- und -hilfezentrum im Stadtteil Oberbilk vorstellen. Das Projekt orientiert sich am langjährigen Zürcher Modell zur Bewältigung drogenbezogener Probleme. Stadtvertreter versprechen, dass die Einrichtung die Sicherheit rund um den Hauptbahnhof und angrenzende öffentliche Bereiche verbessern werde.
Das geplante Zentrum folgt dem sogenannten "Zürcher Modell", das Prävention, Therapie, Schadensminimierung und Strafverfolgung verbindet. Das System der Schweizer Stadt, das in den 1980er-Jahren eingeführt wurde, umfasste zunächst kontrollierte Konsumräume wie den "Platzspitz" und später erweiterte Einrichtungen wie "bei der Limmat". In den vergangenen fünf Jahren verzeichnete Zürich einen Rückgang drogenbedingter Todesfälle um 20 Prozent, eine höhere Teilnahme an Therapieangeboten und weniger öffentliche Störungen – wenn auch weiterhin Herausforderungen wie Überlastung und Überdosisfälle durch synthetische Drogen bestehen.
In Düsseldorf soll das Zentrum seine Dienste schrittweise einführen, beginnend in diesem Sommer. Das Angebot umfasst Sozialberatung, medizinische Versorgung und psychiatrische Betreuung. Die städtische Koalitionsregierung hat bereits 3,3 Millionen Euro im diesjährigen Haushalt für das Vorhaben bereitgestellt.
Doch das Projekt stößt auf Widerstand. Die "Bürgerinitiative Eisenstraße" argumentiert, das Zentrum verstoße gegen geltendes Recht, und hat über 2.200 Unterschriften für eine Petition gesammelt. Anwohner, Schulen und Kitas in der Nähe des geplanten Standorts lehnen die Pläne ebenfalls ab und fordern stattdessen eine strengere Polizeipräsenzen. Bei der Veranstaltung am Donnerstag werden Sozialarbeiter und Streetwork-Teams anwesend sein, um auf die Bedenken einzugehen.
Das Oberbilker Zentrum soll Elemente des Zürcher Ansatzes übernehmen, doch seine Zukunft hängt von öffentlicher Unterstützung und rechtlicher Klarheit ab. Bei einer Genehmigung könnten die schrittweisen Dienstleistungen bereits in wenigen Monaten starten. Die Stadt betont, das Projekt werde die Drogenprobleme im öffentlichen Raum verringern, während Gegner weiterhin nach alternativen Lösungen drängen.
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