Intelligente Steuerungssysteme sollen Deutschlands Stromnetz revolutionieren

Alexander Mälzer
Alexander Mälzer
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Eine lange Reihe von Servern in einem Rechenzentrum mit elektronischen Geräten in den Racks und Lampen oben.Alexander Mälzer

Intelligente Steuerungssysteme sollen Deutschlands Stromnetz revolutionieren

Deutschland treibt die Pläne zur Modernisierung seines Stromnetzes durch intelligentere Steuerungssysteme und digitale Innovationen voran. Beim jüngsten Climate Solution Forum in Essen betonten Branchenführer zwei zentrale Strategien: die beschleunigte Einführung von Netztechnologien und die Nutzung des Digitalen Produktpasses 4.0 (DPP4.0). Beide Maßnahmen sollen das Stromnetz flexibler und transparenter machen.

Zwei regionale Netzbetreiber, LEW Verteilnetz und Bayernwerk Netz, haben bereits Pilotprojekte gestartet, um diese Systeme unter realen Bedingungen zu testen.

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) unterstrich, dass der Ausbau der Verteilnetze entscheidend für ein effizienteres Stromnetz sei. Auf der E-world energy & water waren sich Experten einig: Die Technologie ist bereits vorhanden – jetzt komme es auf Tempo, Standardisierung und eine flächendeckende Umsetzung an. Ohne diese Faktoren reichen isolierte Tests nicht aus, um ein widerstandsfähiges Energiesystem aufzubauen.

LEW Verteilnetz startete im November 2024 im Rahmen des Projekts Scale einen Feldversuch. Mit der LVN-Steuerbox überwacht der Betreiber die Netzzustände, um die Flexibilität zu erhöhen. Bayernwerk Netz führt von März bis Dezember 2025 das Pilotprojekt Grids & Benefits durch und erprobt dynamische Tarife, die netzfreundliches Laden fördern sollen.

Der ZVEI forderte zudem eine breitere Einführung des Digitalen Produktpasses 4.0. Dieses System würde ein standardisiertes Datenrahmenwerk schaffen, das den gesamten Lebenszyklus eines Produkts erfasst und so die Transparenz im Netzbetrieb steigert. Damit der DPP4.0 erfolgreich wird, müssen Hersteller und Nutzer sich voll engagieren, während gleichzeitig ein unabhängiges Datenökosystem aufgebaut wird. Der Verband warnte: Ohne klare Schnittstellen und verlässliche Regularien bleibe der Fortschritt begrenzt.

Die nächste wichtige Phase beginnt 2026, mit dem Ziel, die Steuerungssysteme bis 2027 hochzufahren. Der ZVEI empfahl strengere technische Standards, die Schließung von Lücken zwischen verschiedenen Netzkomponenten und den Übergang von kleinen Pilotprojekten zur flächendeckenden Nutzung. Nur so, so die Argumentation, könnten Niederspannungsnetze die nötige Flexibilität für eine stabile Energiewende gewinnen.

Die Pilotvorhaben von LEW Verteilnetz und Bayernwerk Netz markieren die ersten Schritte hin zu einem intelligenteren Stromnetz. Bei Erfolg könnten diese Projekte den Weg für eine bundesweite Einführung von Steuerungssystemen bis 2027 ebnen. Gleichzeitig zielt die DPP4.0-Initiative darauf ab, einen neuen Standard für Datentransparenz zu setzen – und Netzbetreibern so in den kommenden Jahren eine effizientere Steuerung der Stromflüsse zu ermöglichen.

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