Hausärzte unter Druck: Warum falsche Dringlichkeitsüberweisungen das System überlasten
Hausärzte unter Druck: Warum falsche Dringlichkeitsüberweisungen das System überlasten
Hausärzte in Deutschland geraten zunehmend unter Druck, unnötige Dringlichkeitsüberweisungen auszustellen
Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass Hundertschaft von Ärzten mit Forderungen nach ungerechtfertigten Schnellüberweisungen konfrontiert werden, während die Wartezeiten für Routinetermine weiter steigen. Das System, das eigentlich für die Priorisierung lebenswichtiger Fälle gedacht ist, steht nun wegen finanzieller Fehlanreize und Ineffizienz in der Kritik.
Bundesweit berichten etwa 750 Hausärzte von Anfragen durch Fachärzte, Überweisungen fälschlich als dringend zu kennzeichnen – ohne medizinische Notwendigkeit. Allein in Nordrhein-Westfalen haben über 200 Mediziner ähnliche Erfahrungen gemacht. Einige Fachärzte geben offen zu, Dringlichkeitscodes und hausarztvermittelte Überweisungen auszunutzen, um ihre Einnahmen zu steigern.
Laut geltenden Regeln dürfen Hausärzte keine Dringlichkeitsüberweisungen ausstellen, um Wartezeiten zu umgehen – sie müssen eine klare medizinische Begründung vorlegen. Dennoch kommt es immer wieder zu Konflikten mit Patienten, wenn solche Anträge abgelehnt werden. Der Spitzenverband der Fachärzte (SpiFa) verteidigt das System und betont, dass Überweisungen rechtmäßig seien, sofern sie medizinisch begründet sind. Gleichzeitig räumt der Verband ein, dass die Praxis keine zusätzlichen Terminkapazitäten schafft.
Trotz der Einführung des Terminservice- und Versorgungsgesetzes im Jahr 2022 haben sich die Wartezeiten für nicht dringende Facharzttermine weiter verschlechtert. Die durchschnittliche Verzögerung stieg laut Bundesrechnungshof von 33 Tagen im Jahr 2019 auf 42 Tage im Jahr 2024. Sein Bericht kommt zudem zu dem Schluss, dass erhebliche Mehrkosten die Wartezeiten nicht verkürzt haben – was nun Forderungen nach einer Reform laut werden lässt.
Obwohl die meisten Hausärzte zustimmen, dass das System eine schnelle Versorgung in echten Notfällen gewährleistet, kritisieren sie die finanzielle Belastung und den zusätzlichen bürokratischen Aufwand. Inzwischen setzen sich sowohl der Bundesrechnungshof als auch der GK-Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen für eine vollständige Abschaffung der aktuellen Überweisungsregeln ein.
Der Druck auf Hausärzte, unberechtigte Dringlichkeitsüberweisungen auszustellen, offenbart tiefgreifende Schwächen im deutschen Facharzt-Terminsystem. Angesichts weiter steigender Wartezeiten und fragwürdiger finanzieller Anreize prüfen die Aufsichtsbehörden nun grundlegende Änderungen. Jede Reform müsste jedoch einen Ausgleich schaffen: zwischen schneller Hilfe für dringende Fälle, einer gerechten Ressourcenverteilung und einer Entlastung der Ärzte von überflüssiger Bürokratie.
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