Zugschaffnerin kämpft gegen tägliche Gewalt bei der Deutschen Bahn

Etta Scholl
Etta Scholl
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Ein Schwarz-Weiß-Bild einer Zugkollision mit Menschen in Helmen, die drumherum stehen, Strommasten, Bäumen, Gebäuden und einem klaren Himmel im Hintergrund.Etta Scholl

Zugschaffnerin kämpft gegen tägliche Gewalt bei der Deutschen Bahn

Zugschaffnerin aus Saerbeck spricht über wachsende Bedrohungen für Bahnmitarbeiter

Mandy Brune, die seit 1997 bei der Deutschen Bahn arbeitet, macht sich nach Jahren verbaler Angriffe und körperlicher Einschüchterungen für bessere Sicherheitsvorkehrungen stark. Ihre Forderungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem neue Zahlen zeigen, dass in nur zehn Monaten des Jahres 2025 über 2.900 Bahnbeschäftigte Opfer von Straftaten wurden.

Brune hat die Gefahren ihres Berufs am eigenen Leib erfahren. In ihren 27 Berufsjahren war sie immer wieder verbalen Attacken, Gewaltandrohungen und mangelnder Unterstützung durch Umstehende ausgesetzt. Diese Vorfälle veranlassten sie, sich der Kampagne "Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!" anzuschließen – eine Initiative, die auf die Herausforderungen aufmerksam macht, denen Schaffner und andere Beschäftigte im öffentlichen Dienst täglich gegenüberstehen.

Im Rahmen der Kampagne gibt es unter anderem Ausstellungen am Bahnhof Münster, wo Fahrgäste über die Risiken informiert werden, denen das Personal täglich ausgesetzt ist. Brune ist überzeugt, dass diese Maßnahmen bereits Wirkung zeigen: Einige Reisende greifen mittlerweile ein, wenn sie bedroht wird. Dennoch betont sie, dass noch mehr getan werden muss, um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten.

Ihre Forderungen decken sich mit denen von Neithard von Böhlen, dem Vorsitzenden der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Nordrhein-Westfalen. Er fordert unter anderem Doppelschichten, Körperkameras für Mitarbeiter und eine spezielle Staatsanwaltschaft, die sich mit Übergriffen auf Bahnpersonal befasst. Die offiziellen Polizeistatistiken für 2023 bleiben unklar, doch die Daten aus 2025 zeigen, dass es im Schnitt täglich fünf körperliche Angriffe auf Bahnmitarbeiter gibt.

Der Druck für sicherere Arbeitsbedingungen hält an, während Brune und Gewerkschaftsvertreter konkrete Maßnahmen einfordern. Mit fast 3.000 Bahnbeschäftigten, die in nur zehn Monaten von Straftaten betroffen waren, unterstreicht die Kampagne die dringende Notwendigkeit von Veränderungen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen – von Körperkameras bis hin zu rechtlichen Reformen – zielen darauf ab, das Personal zu schützen und die Gewalt in Zügen zu verringern.

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