NRW-Krankenhäuser kämpfen mit gravierenden Lücken in der Katastrophenvorsorge

Etta Scholl
Etta Scholl
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Ein Plakat mit einer Weltkarte und dem Text "Wo die Opfer sind: Retten Sie die Überlebenden - 3.950.000 hungernde Menschen" zur Sensibilisierung für die Auswirkungen des Krieges und die Notwendigkeit von Maßnahmen.Etta Scholl

NRW-Krankenhäuser kämpfen mit gravierenden Lücken in der Katastrophenvorsorge

Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen (NRW) weisen erhebliche Lücken in der Notfallvorsorge auf, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Zwar verfügen viele über Notstromaggregate und medizinische Reserven, doch bestehen gravierende Schwächen bei der Wasserversorgung, der Unterbringungskapazität und der langfristigen Krisenbewältigung. Behörden räumen ein, dass fehlende Mittel dringende Verbesserungen blockieren – und die Einrichtungen damit in großflächigen Katastrophen verwundbar bleiben.

Eine Erhebung unter 53 medizinischen Einrichtungen in NRW offenbart eine ungleiche Vorbereitung auf schwere Krisen. Zwar besitzen 40 Häuser Notstromsysteme, doch nur die Hälfte könnte den Betrieb drei Tage lang aufrechterhalten. Die meisten lagern essenzielle Medikamente für zwei bis sechs Wochen, doch Blutkonserven wären bei hoher Nachfrage schnell aufgebraucht. Noch prekärer ist die Wasserversorgung: Nur jedes fünfte medizinische Einrichtung hält einen Vorrat an Flaschenwasser für eine Woche bereit – der Rest ist vollständig von externen Lieferungen abhängig.

Das Bergmannsheil in Bochum, eine medizinische Fachangestellte mit Schwerpunkt Wirbelsäulenverletzungen, steht exemplarisch für Stärken und Grenzen der Vorbereitung. Während es kleinere Notfälle gut bewältigt, gibt Medizindirektor Mirko Aach zu, dass die Kapazitäten für Massenanfälle nach einem Anschlag nicht ausreichen. Die fünf Dieselaggregate im Keller des Hauses reichen mit ihrem Treibstoffvorrat nur 72 Stunden – ein in Deutschland verbreitetes Problem.

Doch die Defizite gehen über die Ausstattung hinaus. In der Cold-War-Ära nutzte NRW noch Hilfsbunker als medizinische Schutzräume, doch diese wurden sämtlich geschlossen. Heute verfügt kein einziges medizinische Einrichtung in der Region über unterirdische Schutzbereiche. Die städtischen Kliniken Kölns hatten zwar einen Doppelnutzungs-Keller vorgeschlagen – im Frieden als Parkhaus, in der Krise als Notfallzentrum – doch das 100-Millionen-Projekt scheiterte am fehlenden Geld.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bestätigte, dass das Land keine Mittel für solche Vorhaben bereithält. Stattdessen verwies er auf den Bundeswehr-Haushalt. Der Gesundheitsökonom Professor Boris Augurzky schlug unterdessen ein rotierendes Lager-system vor, um Medikamentenverschwendung zu vermeiden. Doch ohne Finanzierung oder klare Bundeshilfe bleiben die medizinischen Einrichtungen mit kritischen Sicherheitslücken zurück.

Die Umfrage zeigt eine ernüchternde Bilanz: NRWs medizinische Einrichtungen kommen mit kurzfristigen Störungen zurecht, sind aber auf längere Krisen nicht vorbereitet. Notstrom, Medikamentenbestände und Wasserreserven reichen nicht für anhaltende Belastungen, und geschützte Behandlungsräume existieren schlicht nicht. Ohne finanzielle Unterstützung bleiben Lösungsansätze wie der Kölner Mehrzweck-Keller oder Augurzkys Lagerkonzept auf Eis – und die Katastrophenvorsorge der Region weiter lückenhaft.

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